Sporthallen: Betriebssportler sollen zahlen

Chmiel-Hill
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Projektgruppe legt Vorschläge für eine Neuordnung vor

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18. Juli 2015, 07:00 Uhr

Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Aber eine klare Tendenz, wie künftig der Sport in Itzehoe gefördert werden soll. Die wesentliche Neuerung: Betriebssportgemeinschaften sollen für die Nutzung der Sportstätten zahlen, Vereine mit eigenen Anlagen eine Förderung erhalten.

Bislang trägt die Stadt die Gebühren für Vereine, die städtische Hallen oder Anlagen nutzen, vollständig, für Betriebssportler zu 80 Prozent. Im vergangenen Jahr machte das eine Summe von 257  000 Euro aus. Hinzu kamen 25  000 Euro für den Jugendsport, die nach der Zahl der Jugendlichen an die Vereine ausgezahlt werden.

An diesem Punkt soll nicht gerüttelt werden – so die Empfehlung der Projektgruppe, die sich seit knapp zwei Jahren darum bemüht, die Sportentwicklungsplanung umzusetzen. Politik und Verwaltung sind darin ebenso vertreten wie ausgewählte Repräsentanten der Vereine. Dabei sei viel verlorenes Vertrauen wieder aufgebaut worden, berichtete der Leiter der Gruppe, CDU-Ratsherr Christian Chmiel-Hill, im Bildungsausschuss: „Ein ganz tolles Beispiel für kooperative Lösungsfindung.“

Das Problem ist altbekannt. Während viele Vereine die städtischen Einrichtungen kostenlos nutzen, bekommen die Vereine mit eigenen Anlagen keine Förderung. „Wir wollten Gerechtigkeit im ganzen System haben“, so Chmiel-Hill. Eine Möglichkeit: Die Clubs zahlen fünf oder zehn Prozent der Gebühren. „Sehr vehement“, so die Sitzungsvorlage, hätten die Vereine aber darauf hingewiesen, dass das nur durch höhere Mitgliedsbeiträge zu finanzieren sei, und auch weitere Nachteile wie sinkendes ehrenamtliches Engagement angeführt.

So rückten die Betriebssportler in den Blick – immerhin seien dies größtenteils Menschen mit Einkommen, und es handele sich nicht um ein Angebot für die Allgemeinheit. Wenn sie zahlen müssen, bringt das 8500 Euro jährlich an Mehreinnahmen, insgesamt dann 11  000 Euro aus dieser Gruppe. Mit einer Petition wollen alle Itzehoer Sportvereine zudem erreichen, dass weitere 10  000 Euro für Vereine mit eigenen Anlagen bereit gestellt werden. Insgesamt wären es nach dem Vorschlag der Projektgruppe 20  000 Euro, die nach der Zahl der Mitglieder an diese Vereine ausgeschüttet würden. Das Geld diente dann der Unterhaltung und Bewirtschaftung der eigenen Anlagen – ohne Geschäfts- und Gemeinschaftsräume sowie Vereinsheime. Auch „fließende und stehende Gewässer“ sind nicht erfasst.

„Es ist eine schlanke Lösung, die allen Beteiligten, die es brauchen, zugute kommt“, sagte Chmiel-Hill. Ob sie auch angewendet wird, steht noch nicht fest. Jetzt sollen die Fraktionen über den Vorschlag beraten, in der Ausschusssitzung am 9. September soll das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen.

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