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Detlefsengymnasium : Sporthalle Dänenkamp: Sanierung oder Neubau?

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Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Bauausschuss des Kreistages berät über Lösungen für Sporthalle des Detlefsengymnasiums / Schulleiter Hartmut Appel macht sich für Neubau an anderer Stelle stark

Zu klein, nicht behindertengerecht und energetisch eine Katastrophe: Nachdem in den vergangenen Jahren bereits das Hauptgebäude des Detlefsengymnasiums mit Millionenaufwand saniert und umgestaltet wurde, richtet sich nun der Blick auf die Sporthalle aus den siebziger Jahren. Sie wird als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Bei einem Ortstermin mit Architekten, Planern und der Schulleitung verschaffte sich der Bau- und Verkehrsausschuss des Kreistages einen Überblick über die Situation und diskutierte mögliche Lösungen. Im Gespräch sind zwei mögliche Alternativen: Die Sanierung des bestehenden Gebäudes oder ein Neubau.

Für die Sanierung des Komplexes, der neben der Sporthalle auch die Heizungsanlage und die Dienstwohnung für den Hausmeister enthält, sind bereits konkrete Planungen erstellt worden. Architekt Ronald Voigt und Svend-Olaf Knüppel vom Ingenieurbüro, das die Planung der Haustechnik übernimmt, erläuterten den Kreispolitikern vor Ort, was sie mit der Sporthalle vorhaben. Im Außenbereich soll unter anderem das Dach erneuert werden. Innen ist geplant, alle Zugänge barrierefrei zu gestalten. Außerdem soll eine neue Zentralheizung inklusive eines Blockheizkraftwerkes eingebaut werden und es soll insgesamt mehr Raum für Umkleidekabinen und Duschen sowie für die Lagerung von Sport- und Reinigungsgeräten geschaffen werden. Darüber hinaus soll das Gebäude insgesamt energetisch saniert werden, um Heizkosten zu sparen. „Zwei Meter um die Halle müssen wir im Winter nie Schnee schaufeln, weil die Abwärme den Schnee wegschmilzt“, sagte Schuldirektor Hartmut Appel.

Die Kosten veranschlagen die Planer in zwei leicht unterschiedlichen Varianten mit rund 2,6 beziehungsweise 2,85 Millionen Euro. Angesichts dieser Summen wurde auch die Möglichkeit eines kompletten Neubaus diskutiert, für den bisher eine Vorplanung des Kreisbauamtes vorliegt, die die Kosten dafür mit rund 4,2 Millionen Euro veranschlagt.

Nach Ansicht von Schulleiter Appel bietet die Neubaulösung vor allem zwei Vorteile gegenüber der Sanierung: Zum einen könnte die neue Halle über eine größere Grundfläche verfügen und so Platz für drei Schulklassen gleichzeitig bieten. Im Moment können nur zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet werden. Dies sei zu wenig für eine Schule mit 800 Schülern in 36 Klassen, betonte Appel und wurde darin von Mitarbeitern des Kreisbauamtes bestätigt.

Zum anderen könnte die neue Halle an anderer Stelle gebaut werden. Denkbar wäre laut Appel, den heutigen Tartan-Platz vor der jetzigen Halle als Standort für den Neubau zu nutzen. „Der Platz ist sowieso grundsanierungsbedürftig“, so Appel. Während der Bauzeit würde die alte Halle wie bisher zur Verfügung stehen. Unterrichtsausfall könnte vermieden werden. Die Sanierung würde nach Schätzung von Architekt Voigt mindestens ein dreiviertel Jahr dauern. „So lange kann der Sportunterricht nicht ausfallen“, stellte Appel gegenüber den Ausschussmitgliedern klar.

Aus seiner Sicht gibt es in Glückstadt auch keine Kapazitäten in anderen Hallen, um die Schüler in dieser Zeit aufzunehmen. „In Frage kommt eigentlich nur eine mobile Traglufthalle auf dem Sportplatz“, so Appel. Die Kosten schätzte er auf Nachfrage grob mit mehreren hunderttausend Euro ein. Die sind bisher nicht in den Sanierungskosten berücksichtigt. Auch bei den Umkleiden und Duschen müsste im Falle einer Sanierung zumindest zeitweise eine „Container-Lösung“ gefunden werden, die ebenfalls weitere Kosten verursachen werde.

Appel nutzte den Ortstermin und die anschließende Sitzung in der Aula des Gymnasiums, um bei den Politikern nachdrücklich für die Neubau-Lösung zu werben. Er verwies dabei auch auf Vorteile einer größeren Halle für den außerschulischen Sport und die Angebote im Rahmen des offenen Ganztagesbetriebs. Die Abgeordneten signalisierten zum Teil Zustimmung. „Wir sollten darüber nachdenken, ob wir nicht die anderthalb Millionen drauflegen“, sagte Volker Susemihl (SPD) während der Beratung. „Ich plädiere für einen Neubau.“

Alle überzeugte Appel aber nicht. Mit Verweis auf die schwierige finanzielle Situation des Kreises sagte zum Beispiel Heinrich Voss (Grüne): „Ich möchte für sehr große Zurückhaltung plädieren. Wir verbrennen Geld, wenn wir die alte Halle abreißen. Ich bin bisher nicht überzeugt, dass das notwendig ist.“

Das Thema soll in einer weiteren Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses in der nächsten Woche erneut diskutiert werden. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll am 11. Dezember im Kreistag fallen.

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erstellt am 08.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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