Sportförderung: Suche nach neuen Wegen

Lagebericht: FCI-Kassenwart Karsten Spankow (rechts) und der 2. Vorsitzende Arne Weisner.
Lagebericht: FCI-Kassenwart Karsten Spankow (rechts) und der 2. Vorsitzende Arne Weisner.

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16. Juli 2014, 05:00 Uhr

Wie soll die Sportförderung künftig aussehen? Diese Frage wird sich jetzt der Arbeitskreis zur Sportentwicklungsplanung vornehmen. Er war nach dem Gutachten zu dem Thema von Stadt, Politik und Vereinen gebildet worden – nun will er das heiße Eisen angehen, wie Sprecher Christian Chmiel-Hill (CDU) im Bildungsausschuss ankündigte.

Der Sitzungsort passte: Das Gremium tagte im Vereinsheim des FC Itzehoe. Der Club steckt in Schwierigkeiten, die Gründe dafür verdeutlichte noch einmal Kassenwart Karsten Spankow. Weil leistungsorientierter Fußball nicht mehr bezahlbar sei, sei der FCI zum Breiten- und besonders Jugendsport umgeschwenkt. In zehn Teams spielten 150 Jugendliche, und im Herrenbereich bedeute Breitensport die Meldung für die Kreisliga, so Spankow: „Absolut back to the roots.“ Durch diese Ausrichtung aber sei das Sponsorentum „relativ zusammengebrochen“, vor allem verabschiedete sich mit Ümit Yener der Haupt-Geldgeber. Öffentliche Zuschüsse seien zu vernachlässigen, und die Einnahmen aus der – auch für Vereinsfremde nutzbaren – Gaststätte mit Kegelbahn trügen dieses Gebäude, es sei aber getrennt zu sehen vom Rest der Sportanlage. Deren Plätze sind in Ordnung, ansonsten gebe es riesigen Investitionsbedarf, berichtete Spankow.

Strukturelle Probleme existierten schon lange, „die werden jetzt offensichtlich“. Besonders die Kosten für die Pflege des Stadions kann der FCI nicht mehr tragen. Es ist als Erbbaugrundstück von der Stadt gepachtet, und früher seien die Ausgaben für die Infrastruktur auch erstattet worden, sagte Spankow. Als das weg fiel, übernahm der Verein – „jetzt ist der Moment da, wo es nicht mehr geht“. Der FCI stehe vor der Wahl, für die Infrastruktur zu zahlen und den Sportbetrieb zu vernachlässigen oder andersherum. „Da sind wir im Mäuserad gefangen.“

Der Weg soll zurückführen in den alten Itzehoer SV, und einige Stützen von früher sind wieder mit eingestiegen. Arbeitskreise tagen, „es findet jede Woche eine Vorstandssitzung statt“, sagte Hauke Ohlsen gegenüber unserer Zeitung. Ein Ziel ist es, neue Unterstützer zu finden. Abhängigkeiten dürften nicht mehr sein, „wir werden uns breiter aufstellen müssen“. Dabei, so Ohlsen, gebe es bereits Erfolge. Auch die Gruppe der Mitstreiter, die mit Arbeitskraft aushelfe, solle wieder wachsen.

Wo es möglich ist, wird gespart, verdeutlichte Spankow: Investitionen zurückgestellt, keine Gelder mehr für Übungsleiter, keine Fahrtkosten. Nicht schön für die Aktiven, aber es gebe einen sehr hohen Idealismus und eine hohe Motivation: „Der Zusammenhalt ist groß.“

Konkretes kam aus der Politik noch nicht. Die Zwickmühle des Vereins sei nicht zu übersehen, sagte Dr. Ingo Teßmer (FDP), Vorsitzender des Bildungsausschusses. Chmiel-Hill kündigte an, dass der Arbeitskreis zur Sportentwicklungsplanung möglichst zügig zu Ergebnissen kommen wolle – und dass es dabei auch darum gehen werde, Gerechtigkeit zu schaffen gerade für Vereine mit eigenen Anlagen. Wieder Teßmer: „An dieser Stelle ist sicher noch nicht Schluss mit der Diskussion.“ Spankow: „Und auch nicht Schluss mit dem Verein.“

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