Yoga für Männer : Sport für Körper, Geist und Seele

Mit dem Sonnengruß beginnt das Yoga-Training für (v.l.) Stephan Raddatz, Hubert Ernst und Rainer Kattge.
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Mit dem Sonnengruß beginnt das Yoga-Training für (v.l.) Stephan Raddatz, Hubert Ernst und Rainer Kattge.

Einmal in der Woche bietet Trainerin Gudrun Athing Yoga-Stunden in Itzehoe an, die sich ausschließlich an Männer richten.

shz.de von
04. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Hallo“, ruft Gudrun Athing „ihren“ Männern fröhlich zu. Innerhalb weniger Minuten sind diese vollzählig, leger gekleidet und bewegen sich motiviert in den einladend gestalteten Raum. Auf dem Boden liegen schwarze Matten – Yoga-Matten. Auf ihnen werden die Männer von der 38-Jährigen in den kommenden 90 Minuten gefordert. Auch wenn das Hobby der vier Herren von Freunden und Kollegen belächelt wird: Inzwischen ist Yoga für den einen oder anderen zur festen Größe im Alltag geworden.

Eineinhalb Stunden dauert die wöchentliche Übungseinheit, die Phasen des Aufwärmens, Dehnens, der Kräftigung, der Entspannung und des Schwitzens umfasst. „Wir beginnen mit dem Sonnengruß“, sagt die Yoga-Lehrerin. Mit sanfter Stimme gibt sie ihre Anweisungen: „Bauch einziehen, Schultern hängen lassen, Po anspannen.“ Diese „Asanas“ (Körperstellungen) dienen dem Aufwärmen. „Damit aktivieren wir Körper, Geist und Seele und regen den Kreislauf an.“

Den „herabschauenden Hund“ oder die „Kobra“ beherrschen die Männer schon ganz gut. Nur hin und wieder macht der eine oder andere Teilnehmer zwischendurch Verrenkungen, die eher an eine Übung namens „buckelige Katze“ erinnert. Dann eilt Athing aber sofort zur Stelle – zieht hier, schiebt dort, und schon sieht das Ganze wieder sehr viel mehr nach Yoga aus.

„Ich finde, bei uns schaut es ebenso elegant aus wie bei Frauen“, sagt Rainer Kattge lachend. Er hat die indische philosophische Lehre auf einer Reise kennengelernt. „Ich stellte fest, dass diese Übungen meinen Gelenken, Muskeln und Sehnen gut tun.“ Er habe bereits als einziger Mann unter 50 Frauen Yoga praktiziert. „Da kommt man sich jedoch ganz schön einsam vor.“

Dass Yoga von Männern noch nicht so angenommen werde, wisse er, so Kattge. „Man wird belächelt – mich stört das jedoch nicht.“ Mit seiner Begeisterung für Yoga hat der ehemalige Lehrer seinen Freund Stephan Raddatz zum Mitkommen bewegt – allerdings bleibt dieser verhalten: „Für mich ist das nichts Dauerhaftes – ich ziehe andere Sportarten vor, weil ich mehr Action brauche“, gibt der 58-Jährige zu.

„Viele wissen gar nicht, welche schönen Beweglichkeitsübungen wir hier machen – die verbinden Yoga mit komischen Sitzstellungen und Om-Gesang“, sagt Hubert Ernst, der mit seinen 77 Jahren zu den ältesten Teilnehmern der kleinen Gruppe gehört. „Peinlich ist uns das alles nicht. Im Gegenteil: Es macht Spaß und hält beweglich.“

> Männer-Yoga gibt es immer dienstags von 18 bis 19.30 Uhr in den Räumen der Psychotherapeuten Wöllauer und Tiedemann, Brückenstraße 14. Weitere Info unter 0152/ 24776404 und www.gsiyoga.com

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