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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 18:05 Uhr

Spielplätze – desolat, traurig, trostlos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kinder- und Jugendparlament zieht nach Besichtigungstour ernüchternde Bilanz / Vorsitzende regt zentralen, dann aber gut ausgebauten Spielplatz an

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 18:00 Uhr

Das Urteil von Ann-Christin Martensen fiel vernichtend aus: „Desolat, traurig, trostlos.“ So stellt sich für die SPD-Ratsfrau und Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlaments die Situation auf den Spielplätzen der Stadt dar. Die Sprecherin der Interessenvertretung der jungen Wilsteraner hatte gemeinsam mit ihren Mitstreitern die Spielplätze in Augenschein genommen und eine Mängelliste erarbeitet.

Vor allem die Einrichtungen im Neubaugebiet Rumflether Feld sind nach Einschätzung von Martensen „nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt“. Schon von der Einzäunung gehe eine Verletzungsgefahr für die Kinder aus. Kaputte Spielgeräte und marode Sitzbänke müssten ebenfalls dringend in Ordnung gebracht werden.

Dabei sieht die Spielplatzsituation in Wilster zumindest auf dem Papier gar nicht so schlecht aus. Vom Stadtplan leuchten dem Betrachter gleich neun Smileys entgegen. Sie markieren die Stellen, an denen sich Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren nach Herzenslust austoben können. Eine kleine Stichprobe ergab: Viele der Anlagen machen einen aufgeräumten und gepflegten Eindruck. Auch herumliegender Müll bleibt eher die Ausnahme. Selbst sonst oft überquellende Papierkörbe sind ordnungsgemäß geleert. Die Spielgeräte selbst wirken allerdings eher hausbacken und wenig einladend. Die Frage ist insbesondere in den mit Spielplätzen gut ausgestatteten Baugebieten auch: Werden sie dort überhaupt benötigt. Vielfach sind auch die Privatgrundstück mit mehr oder weniger aufwendigen Spielgeräten ausgestattet, wo sich dann häufig auch die Kinder aus der Nachbarschaft treffen. Die im Kinder- und Jugendparlament anwesenden Mitglieder des Sozialausschusses zeigten sich unabhängig davon wenig erfreut über die vorlegte Spielplatz-Bilanz. „Ich habe das erschüttert zur Kenntnis genommen“, sagte Horst Langer (SPD). Doris Busch (CDU) fand die Situation einfach nur traurig: „Das war mal schöner“, fügte sie noch hinzu.

Ann-Christin Martensen, die auch Vorsitzende des Sozialausschusses ist, will das Thema in Zukunft jedenfalls verstärkt auf die Tagesordnung setzen. Ihr Vorschlag: Statt vieler kleiner und schlecht ausgestatteter Spielplätze könnte es in der Stadt einen großen, gut ausgebauten und zentral gelegenen geben. „Am Norderkamp geht doch keiner hin“, sieht sie in der Zerstückelung der Spielplatzlandschaft wenig Vorteile. Ihr Fazit: „Da muss sich was tun.“ So, wie es sich jetzt darstelle, sei das eher „ein Armutszeugnis“. Heute Abend tagt das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Wilster übrigens erneut. Treffpunkt ist um 18 Uhr diesmal nicht das Neue Rathaus, sondern das Jugendzentrum am Bischofer Deich.

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