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Spiel mit Sprache und Formen: Kalender für Sammler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sie schreibt Gedichte, sie spielt gerne mit Sprache und deren Formen – und sie hat jede Menge Ideen: Die Itzehoerin Renate Golpon bringt seit 2006 lyrisch-poetische Kalender heraus, die schon eine kleine Fangemeinde gefunden haben. Für 2014 hat sie gerade ihr neuestes Werk mit dem Titel „Geometrisches“ vorgestellt.
Wenn sie in ihrem Arbeitsraum mit dem großen Bücherregal sitzt und über das Thema Sprache, Lyrik und Poesie erzählt, dann hört sie so schnell nicht wieder auf: „Wo soll ich anfangen?“

Vor zehn Jahren wurde sie durch Freunde dazu angeregt, doch mal einen „etwas anderen Kalender“ zu entwerfen, diesen mit Gedichten zu versehen und mit Zeichnungen zu illustrieren. Umgesetzt hat sie das dann in „konkret-visueller Poesie“, grafisch unterstützt wird sie von ihrem Mann Roland Golpon, der höheres Lehramt an beruflichen Schulen, Fachrichtung grafisches Gewerbe, studiert hat. Er zeichnet Skizzen oder illustriert die Texte aus einem „Clip-Art“-Abonnement.

Seitdem gibt es in jedem Jahr einen neuen Kalender. 2008 hat die Itzehoerin, die früher als Lektorin gearbeitet hat, damit ein echtes Glanzstück hingelegt. Eine Germanistik-Professorin der Universität Erlangen hat den Kalender für ihre Seminare verwendet, darunter ein kompliziertes „Meistersonett“. „Wir haben uns im Anschluss gegenseitig Anregungen für weitere Kalender gegeben.“

Zwischen 200 und 500 Exemplare hat Renate Golpon von ihren Kalendern herstellen lassen, verkauft diese aber nicht: „Ich verschenke sie nur an ernsthafte Interessenten und habe sie auch an ausgewählte Universitäten gegeben.“ Denn: „Ich freue mich, wenn sich jemand dafür interessiert.“

Einige ihrer Gedichte wurden auch von Verlagen in Schulbücher übernommen. Und auch auf einigen Radiosendern wurden ihre Werke schon rezitiert. Viele ihrer Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht die Itzehoerin auch im Internet. Sie hat 23 Seiten, die von der Haupt-Website www.omnipoesie.de zu erreichen sind.

In ihren Kalendern schlägt sie einen weiten literarischen Bogen, hat Themen in klassischen Versformen verarbeitet, von Sonetten in Shakespeare-Art bis hin zu Meergedichten in Elegien. Sie hat sich aber auch moderner Themen angenommen wie zum Beispiel des „Pantuns“, einer Gedichtform aus dem indonesischen Raum. Sie verarbeitet aber auch tagesaktuelle, meist politische Themen satirisch.

In Prosa hat sie ein „Babybuch“ („Auweia – Baby legt los“) aus der Sicht des Babys geschrieben. Bei Berlin geboren, konnte sie ohne Probleme in dem Buch „Berlinericks“ Limericks auf Berlinerisch schaffen.

Nachdem den Kalender 2013 Foto-Motive von Blumen zierten, habe sie nun ein mathematisches Thema umsetzen wollen, erzählt sie. „Deshalb habe ich die Geometrie ausgewählt, denn selbst damit kann man wunderbar spielen.“ Thematisch hat sie sich zum ersten Mal auch Itzehoer Problemen wie der Schließung von Prinovis gewidmet – jedoch in Prosa.

„Ich setze mich spontan an den Computer“, schildert sie. „Wenn ich unterwegs eine Idee habe, schreibe ich sie sofort auf, denn sie soll ja nicht verloren gehen. Ich stehe manchmal sogar nachts auf und schreibe etwas nieder, wenn ich plötzlich einen guten Einfall habe.“

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erstellt am 08.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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