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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 18:28 Uhr

Sperrwerk: Sanierung verzögert sich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schleusentore schließen nicht mehr: Erster Kran kommt erst am Freitag / Steinbeis pumpt Wasser aus dem Außenhafen

von
erstellt am 10.Aug.2015 | 18:06 Uhr

Schlechte Nachrichten für die Hafen-Anrainer: Die Sanierung des Sperrwerkes verzögert sich um eine weitere Woche. Die Prüfung der Angebote der Firmen, die sanieren sollen, hatte länger gedauert als geplant. „Wir hatten jetzt die Bau-Ablaufbesprechung mit den Firmen“, sagte gestern Siegfried Bornholdt vom Landesamt für Küstenschutz. Wie berichtet, müssen die Tore saniert werden, weil sie nicht mehr richtig schließen.

Eigentlich sollte Anfang dieser Woche schon der Kran stehen, um den Notverschluss zu setzen. „Der erste Kran kommt jetzt am Freitag“, erklärt Bornholdt. „Wir werden insgesamt mit zwei Kränen arbeiten.“ Denn die Balken für die Absperrung lagern auf der Docke. Dort wird der eine Kran eingesetzt, um die Stahlträger für den Notverschluss aufzuladen. Der andere steht – laut Planung – ab Montag direkt neben der Schleuse. Zum einen, um die Verschlüsse einzusetzen und zum anderen um später die Tore hochzuheben.

„Ab Montag gibt es dann definitiv keinen Schiffsverkehr mehr vom Binnen- in den Außenhafen“, sagt der Leiter der Baustelle. Schon jetzt hätten viele Schiffe den Binnenhafen verlassen. Dafür ist der Außenhafen um so voller. Die Schiffe werden ab kommender Woche das Sperrwerk vor dem Notverschluss sozusagen vollparken dürfen. Die Eigner müssten dann nur von Boot zu Boot gehen, um an Land zu kommen.

Von Montag an soll die Baustelle „vier bis sechs Wochen dauern“. Doch eine genauere Prognose will Bornholdt nicht abgeben, weil unklar ist, ob nicht mehr defekt ist, als angenommen.Ist auch die Spurlage der Tore kaputt, dann muss der Beton im Boden aufgerissen werden – das dauert dann länger.

Das Landesamt für Küstenschutz ist zuständig für den Hochwasserschutz. Und das Sperrwerk ist das wichtigste Element zum Schutz vor Hochwasser in Glückstadt. Deshalb ist es für das Landesamt unstrittig, dass saniert werden muss. Dass nicht alle Hafen-Anrainer darüber glücklich sind, ist Bornholdt bewusst. „Jetzt müssen alle mitspielen“ sagt er. Und alle, die betroffen sind, wird er per E-Mail über den neusten Stand informieren.

Unter anderem gehört dazu die Papierfabrik Steinbeis , die täglich für ihre Produktion 9000 Kubikmeter Wasser aus dem Becken des Binnenhafens zieht. Das entspricht etwa 15 Zentimetern des Wasserspiegels. Damit das Hafenbecken nicht leer läuft, wurde vor einigen Jahren eine Rohrleitung mit Pumpe vom Außen- in den Binnenhafen eingebaut. Während der Sanierung des Sperrwerks muss die Firma jetzt die nicht unerheblichen Stromkosten dafür zahlen. „Ohne Wasser läuft bei uns nichts“, sagt Steinbeis-Geschäftsführer Dr. Michael Hunoldt. „Ohne Wasser können wir nicht produzieren.“ Übrigens: Das Unternehmen zahlt pro entnommenem Kubikmeter Wasser 5 Cent – den so genannten „Wassergroschen“ – an das Land.

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