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Großbaustelle : Sperrung der B 431 koppelt Höfe ab

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Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Kollmar: Bauern hoffen, dass sie ihre Erzeugnisse trotz Baustelle abtransportieren können

Ab Montag wird die B 431 von Obendeich bis hinter die Kurve am Klevenhof für drei Wochen voll gesperrt. Erhebliche Umsatzeinbußen befürchtet Henning Olde für seinen Obsthof. Bereits durch die Sperrung der B431 bei Neuendorf kamen weniger Kunden zu seinem Hofladen. „Ich hatte nur ein Viertel des üblichen Umsatzes.“ Bei der neuen Baustelle ist der Obstbauer „nur noch zu Fuß oder mit dem Rad“ erreichbar.

Henning Oldes Hof liegt direkt innerhalb der Baustelle. Die Fahrbahn zwischen dem Kreisverkehr Kollmar und der Kreuzung bei Herzhorn wird neu asphaltiert – auf einer Länge von zirka 2,5 Kilometern. Sein großes Problem: Die Ernte der Äpfel beginnt. „Ich fahre sie mit dem Lastwagen weg und ein Teil wird mit dem Lastwagen abgeholt.“ Der 51-jährige Herzhorner hat Liefertermine, die er einhalten muss. Erschwerend kommt hinzu: „Die Bäume hängen voll.“ In diesem Jahr gibt es bei Olde und auch bei anderen Obstbauern eine große Ernte mit gehaltvollen Früchten. „Ich kann nicht alle Äpfel lagern, deshalb ist es sinnvoll sie gleich zu verkaufen.“ Ansonsten müsste er sich ein Lager mieten und dadurch würden Kosten entstehen. Henning Olde hätte es gerne gesehen, wenn die Baustelle früher begonnen hätte. „Dann wären meine Probleme geringer.“

Betroffen sind zwei weitere Bauern. 16 000 Liter Milch werden alle zwei Tage vom Hof Magens am Strohdeich abgeholt. Der Wagen der Molkerei kommt auf seiner Tour um 11 Uhr. Ob diese Zeiten in den kommenden Wochen einzuhalten sind, das fragt sich Thies Magens (29). Doch der Hofbesitzer ist zuversichtlich: „Mir wurde zugesagt, dass ich die Milch abfahren kann.“

Thies Magens weiß: „Die Straße muss dringend gemacht werden. Die Sanierung ist lange überfällig.“ Dass es Einschränkungen für seinen Hof geben wird, ist für ihn klar. Zwei Festangestellte hat der Landwirt und drei Auszubildende. Dass sie zur Arbeit kommen, darüber macht sich der Kollmaraner keine Sorgen. Auch geht er davon aus, dass es mit den Anlieferungen von Kraftfutter – sie kommen per Lastwagen – klappt. Denn von Seiten des Straßenbauamtes wurde im Vorwege zugesichert, dass die Anlieger zu bestimmten Zeiten innerhalb der Baustelle zu erreichen sind.

Die Milchwagen und Laster müssen dann auf den frisch abgefrästen Spuren der Straße fahren. Die Asphaltschicht muss bis zu 14 Zentimeter Tiefe bearbeitet werden. Darauf kommen drei neue Schichten Asphalt. Trocknet der Asphalt, darf er nicht befahren werden. Absprachen sollen die betroffenen Anlieger mit dem Bauleiter treffen. Für das Fahren von Silage hat Thies Magens bereits eine Lösung: „Wir fahren dann den ganzen Tag, eventuell verlegen wir dies auf das Wochenende.“

Auch Bauer Klaus-Ernst Lüders muss die Milch seiner Kühe abholen lassen. Er hat ein weiteres Problem: Um auf seine Ländereien zu kommen, muss der Kollmaraner über die Bundesstraße auf die andere Seite fahren. Aber auch er geht davon aus, dass vieles in Absprache möglich ist. Auf jeden Fall will er vorher noch zum Einkaufen fahren, um für genügend Vorräte im Kühlschrank zu sorgen.

Ingrid Veltrup (65), Inhaberin vom Klevenhof, sieht keine Probleme. „Notfalls kommen kommen die Gäste zu Fuß.“ Sie hat geöffnet, zwei Gesellschaften kommen in dieser Zeit. „Wir wollen eine vernünftige Straße haben“, sieht sie der Baustelle gelassen entgegen.

Kai-Uwe Schacht, Chef des Landesbetrieb Straßenbau in Itzehoe, kennt die Probleme und weiß um die Sorgen der Anlieger. Ursprünglich sollte es nur eine Baustelle geben. Diese wurde aber wegen der Erntezeit bei der Haars-Mühle in zwei Baustellen entzerrt (wir berichteten). Die Baustelle Neuendorf ist jetzt abgeschlossen. Er hofft, dass auch die zweite zügig abgewickelt werden kann. Schacht erklärt, dass jeder einzelne betroffene Anlieger der jetzigen Baustelle persönlich aufgesucht wird, um die Probleme zu klären. Er geht davon aus, dass die Erreichbarkeit der Höfe möglich sein wird. „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer und Anlieger um Verständnis.“ Die Kosten der Baumaßnahme betragen zirka 800 000 Euro.

Bürgermeister Dr. Klaus Kruse sieht diese Baustelle für Bürger „nicht so dramatisch“ wie die in Neuendorf. „Autos können den Umweg über die Kreisstraße am Obendeich nehmen.“ Vom Kreisel Kollmar sei es möglich über die L 288 in Richtung Siethwende und Sommerland zu fahren. Da diese Strecke allerdings einer Gewichtsbeschränkung unterliegen, muss der Schwerlastverkehr andere Wege nehmen.

Lastwagen wie zum Beispiel die von Steinbeis werden über Glückstadt und die Umgehungsstraße Krempe in Richtung Steinburg und Horst und dann weiter nach Elmshorn umgeleitet. Die Fahrt auf der B 431 von Glückstadt bis zur Kreuzung „Obendeich“ bei Herzhorn ist möglich. Dort beginnt die Baustelle. Gleiches gilt für die andere Richtung von Elmshorn über Neuendorf bis zum Kreisverkehr Kollmar. Für Anlieger wird darüber hinaus die B 431 vom „Kreisverkehr Kollmar“ bis zu den „Langenhalsener Wettern“ als Sackgasse eingerichtet. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle passieren.

Auf diesem Wege werden dann auch die Erntehelfer von Henning Olde zum Hof kommen.

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erstellt am 17.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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