zur Navigation springen

Glückstädter Feuerwehr : Spender für Feuerwehr-Feier gesucht

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

140 Jahre im Dienst am Nächsten – Jetzt droht die geplante Feier an den Kosten zu scheitern

Eigentlich würde die Freiwillige Feuerwehr im September gern mit den Glückstädtern das 140-jährige Bestehen feiern. Doch jetzt droht das Ereignis am Geld zu scheitern. 9000 Euro, so Wehrführer Ties Thießen, seien noch offen. Deshalb hoffen er und seine Kameraden auf Unterstützung durch Sponsoren.

Geplant ist eine Feier am 6. und 7. September auf dem Marktplatz. Ein Höhepunkt: die Kultband „Wacken Firefighters“ am Sonnabendnachmittag. Zudem eine große Fahrzeugschau und eine Tanzveranstaltung für jedermann am Abend mit der Gruppe „Top Union“.

Am Sonntag sollte es eigentlich am Morgen weitergehen. Doch es gibt ein Problem: Für das geplante Fest ist zuwenig Geld in der Kasse. Die Feuerwehrleute hatten Geschäftsinhaber und Privatleute angeschrieben – mit der Bitte um eine Spende. Doch der Rücklauf ist so gering, dass es bereits Überlegungen gibt, das Fest abzublasen.

„140 Jahre, dass ist schon eine stolze Zahl“, sagt Ties Tießen zu den vielen Jahren des ehrenamtlichen Brandschutzes in der Stadt. Mit diesem geplanten Fest wollte er seinen Leuten die Gelegenheit geben mit den Glückstädter Bürgern zu feiern und der „Bevölkerung mal etwas Gutes tun“. Doch so einfach scheint es nicht zu sein: „Wir alleine können es nicht wuppen“, gibt Thießen unumwunden zu. Der 58-jährige Glückstädter ist neben seinem Ehrenamt im Hauptberuf Feuerwehrmann in Hamburg.


Die Geschichte der Glückstädter Feuerwehr


Es war ein Volksschullehrer, der als erster an der Spitze der Glückstädter Feuerwehr stand: Johann Christian Mordhorst. Wenn es früher in Glückstadt brannte, packten viele beim Wasserschleppen mit an. Allerdings hatten sie keine Ausbildung, wie ein Brand richtig zu löschen ist. Und vor allem fehlte eine vernünftige Ausrüstung. Da die Stadt aber schon immer eine dichte Bebauung hatte, war die Gefahr von je her groß, dass die Flammen auf benachbarte Häuser übergreifen. 1883 wurde deshalb Johann Christian Mordhorst vom Magistrat zum Branddirektor berufen. Im November 1884 gründete er das „Retterkorps“ – 48 Bürger traten bei. Einer der ersten Maßnahmen war: Es wurde regelmäßig geübt. Bereits 1888 wurde aus dem Rettungskorps die Glückstädter Feuerwehr.

Die Ausrüstung war aus heutiger Sicht klein. Es gab drei große „Stadtspritzen“. Die Geräte galten schon damals als schwerfällig und unhandlich. Gefragt war die „Handdruckspritze“, die 1874 angeschafft wurde.

Als 1885 Branddirektor Kipping von der Berufsfeuerwehr Hamburg die Glückstädter Feuerwehr besichtigte, war er wenig begeistert. Es müsse dringend etwas getan werden, riet er der Stadt. Glückstadt hatte damals noch keine Wasserleitungen, deshalb sollte die Stadt eine Dampfspritze kaufen .

Johann Christian Mordhorst versuchte, dies bei den Stadtoberen durchzusetzen, stieß aber auf viel Gegenwehr. Er musste sich Kritik anhören wie: „Eine Dampfspritze ist Luxus, den sich nur Großstädte erlauben können“. Auch sei es doch bisher mit den alten Geräten gut gegangen. Doch Mordhorst ließ nicht locker und bekam die Dampfspritze am 2. Mai 1885. Am 14. Juni brannte der Hof von Johann Meinert in der Engelbrechtschen Wildnis ab. Die Spritze wurde mit Erfolg eingesetzt. Und dies auch in späteren Jahren unter anderem bei Firmen wie der Holzhandlung Gehlsen und der Papierfabrik Temming (heute Steinbeis).

In ihrer Geschichte haben die Feuerwehrleute viele Wohngebäude gelöscht, Höfe und auch eines der Wahrzeichen der Stadt: 1938 brannte die Stadtkirche. Zahlreiche Großfeuer gab es bei Firmen. Bis heute sind die Feuerwehrleute bei Stürmen, Sturmfluten und Schneekatastrophen im Einsatz. So manches Mal geht ein Einsatz an die emotionalen Grenzen: 1999 kam durch eine defekte Gasleitung eine vierköpfige Familie ums Leben. Erinnert sei auch an die Wasserflut aus dem Hinterland, die im Juli 2002 zum Kollaps führte. Nur mit Hochleistungspumpen aus Holland wurde das Wasser letztlich in die Elbe gepumpt. Die Feuerwehrleute waren damals über Tage rund um die Uhr im Einsatz.

Tausende von Einsätzen gab es bisher, darunter auch vor einigen Jahren die Serie der Laubenbrände, diverse Einsätze auf dem Wasser und vieles mehr. Die Feuerwehr mit ihren 64 Aktiven ist immer für die Bürger da. Der Wunsch des Wehrführers ist daher verständlich: Auch mal mit den Bürger zusammen feiern und sich mit ihnen austauschen.

>Spenden nimmt der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Glückstadt e.V. unter Stichwort „Jubiläum“ gerne entgegen: Spendenkonto: Sparkasse Westholstein ● BLZ 222 500 20 , Konto Nr. 21008060

Sepa-Nummer: DE75222500200021008060

BIC: NOLADE21WHO

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert