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Klärwerk Kellinghusen : Speicherbecken: Kosten explodieren

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Statt 320 000 Euro sind jetzt 740 000 Euro für Klärwerks-Anlage vorgesehen. Die Ratsversammlung stimmt der Erhöhung dennoch zu.

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erstellt am 19.Jul.2017 | 16:58 Uhr

Noch ist kein Spatenstich erfolgt – und trotzdem wird die Erweiterung und Modernisierung der Kellinghusener Kläranlage schon wesentlich teurer als eine erste Ermittlung aussagte. Die Kosten für das Misch- und Ausgleichsbecken haben sich mehr als verdoppelt – von 320  000 Euro auf jetzt 740000 Euro. Trotzdem stimmte die Ratsversammlung dem Projekt bei ihrer jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Hintergrund der Erweiterung ist die Kapazitätsausweitung des Schlachthofes Firma Tönnies. Dort sollen künftig bis zu 6000 Schweine geschlachtet werden, jetzt sind es 2000. Deshalb muss das Klärwerk deutlich mehr Abwasser von Tönnies aufnehmen – bis zu 1000 Kubikmeter am Tag statt bisher 300. Aus diesem Grund wurde die ganze Anlage überprüft, auch weil einige Teile sowieso saniert werden sollten. Um das Schlachtabwasser aufnehmen zu können, soll die Kapazität von derzeit 24  200 auf 50  000 Einwohner-Gleichwerte mehr als verdoppelt werden. Die Kosten belaufen sich dafür auf mehr als vier Millionen Euro. Diese Planungen stellte Rolf Prins, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros ehp aus Pinneberg, bereits Anfang des Jahres vor (wir berichteten).

Geplant sind unter anderem Vergrößerung von Belebungsbecken und Nachklärung sowie Sanierung und Erweiterung der Schlammentwässerungs. Da die Arbeiten erst nach und nach ausgeschrieben werden, die erhöhte Schlachtproduktion jedoch früher anlaufen soll, braucht das Klärwerk ein zweites Speicherbecken, das 1200 Kubikmeter Abwasser fasst. Im Ausschuss für Werke und Betriebe betonte Rolf Prins, dass die erste Schätzung seines Büros in großer Eile erfolgt sei und außerdem nicht alle Faktoren berücksichtigt worden seien. Vor allem die Steuerungstechnik sei nicht betrachtet worden. Nach Betrachtung aller Faktoren sei es dann zu dieser Kostensteigerung gekommen. Der Ausschussvorsitzende Reinhard Rübner (SPD) warb in der Ratsversammlung dafür, der Erhöhung zuzustimmen. „Wenn das Becken nicht gebaut wird, gibt es keine Schlachtgenehmigung für Tönnies“, zeigte er die Konsequenzen auf.

Nach dem derzeitigen Plan soll auch mit Belebungsbecken und Nachklärung noch in diesem Jahr begonnen werden, Mitte 2018 ist die Fertigstellung vorgesehen. Die Schlammentwässerung folgt 2018, ein Jahr später ist das Blockheizkraftwerk an der Reihe. Und für 2020 steht darüber hinaus noch der Sandfang an. Die Investitionen werden über Kredite finanziert und über die Abwassergebühren, die alle Haushalte zahlen, umgelegt. Welche Auswirkungen dies auf die Gebührenhöhe haben wird, steht noch nicht fest.

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