SPD lobt Kellinghusener Erfolgsmodell

Ute Burkhard
Ute Burkhard

Genossen weisen Schulkritik der Kieler Opposition zurück

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23. Juli 2015, 11:11 Uhr

„Unsere Schule ist ein Erfolgsmodell“ – Oppositions-Attacken gegen das Modell Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufen (GmSmO) mag Ute Burkhard nicht mehr hören. Zumindest für die Lehranstalt vor Ort träfen die Vorwürfe von CDU und FDP in keiner Weise zu. Anmelde-Ziffern für die fünften Klassen wie auch für die Oberstufe sprächen eine deutlich positive Sprache, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende. „Von einem Flop, wie von der Opposition im Landtag behauptet, kann keine Rede sein.“ Gerade die FDP halte es doch für einen Skandal, dass in Deutschland immer noch die Herkunft aus dem Elternhaus den Lebensweg bestimme, hält sie den Liberalen den Spiegel vor.

„Jeder hat das Recht auf Bildung“ – unter diesem Leitsatz liefere die Gemeinschaftsschule vor Ort ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders gehe. „Die vergangene Zeugnisvergabe mit einer Übergangsquote von 53 Prozent in die Oberstufe belegt, das Schüler vom Recht auf Bildung reichlich Gebrauch machen“, unterstreicht Burkhard. Mit dem Abitur an der integrativen Schule könnte der Kreis es außerdem endlich schaffen, aus Bildungskeller herauszukommen, fügt SPD-Ortschef Erk Niesmann an.

Dass der Anteil an Abiturienten in Steinburg mit am geringsten im Land sei, liege nicht daran, dass die Kinder dümmer seien. „Der Grund war eher ein Mangel an Oberstufen in der Vergangenheit, beziehungsweise an deren schlechter regionaler Verteilung.“ Nach der Umwandlung der seinerzeit im Schulzentrum untergebrachten Real- und Hauptschule in das durchlässige Modell der GmSmO werde nun allen bildungswilligen Schülern die Möglichkeit geboten, den bestmöglichen Abschluss zu erlangen. Endlich müsse nicht mehr im zarten Alter von zehn Jahren festgelegt werden, welchen Schulabschluss sie machen sollten.

„Unsere Schule macht sogar Schule“, streicht Monja Niesemann heraus. „Andere Einrichtungen haben großes Interesse an dem Modell GmSmO.“ Gelegt habe sich auch die anfängliche Elternskepsis gegenüber der Schule, die zur ersten Generation von neu gegründeten Gemeinschaftsschulen im Land zählte.

Insgesamt 108 Mädchen und Jungen werden in fünften Klassen starten. „Für die Oberstufe liegen bislang 64 feste Anmeldungen vor“, so Burkhard. Den Vorwurf fehlender Gymnasiallehrer lässt die SPD-Frau nicht gelten: Wir haben genügend qualifizierte Lehrer, die gerne an eine Gemeinschaftsschule gehen.

Drei Profile – Natur-, Gesellschaftswissenschaften sowie Sport- werden im nächsten Jahrgang angeboten. „Drüber hinaus ist unsere Schule als MINT-Schule qualifiziert“. Erk Niesemann wundert sich, dass CDU und FDP sich in ideologische Grabenkämpfe der 70er Jahre verstricken. Beide sollten einsehen, dass Gemeinschaftsschulen sich bewähren. „Die Schulen müssen eine Chance erhalten, ohne das ein ideologischer Kleinkrieg mit Neiddebatten und populistischen Aussagen eröffnet wird.“

Ute Burkhard erinnert die CDU-Kollegen im Rat an den langen gemeinsamen Kampf für das Abi in Kellinghusen und gibt auch den Standortfaktor zu bedenken. Sie wünscht sich ein klares Bekenntnis der Christdemokraten zu dem „einzigartigen Erfolgsmodell“ vor Ort. „Die CDU sollte in die Socken kommen und sagen: Wir freuen uns über den dritten Abi-Jahrgang.“

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