Kommunalwahl : SPD kommt in Wilster mit blauem Auge davon

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Trotz 563 Stimmen weniger als die CDU verlieren die Sozialdemokraten kein Mandat.

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08. Mai 2018, 05:00 Uhr

Gestern Nachmittag wurde die Wahlschlappe der Wilsteraner SPD auch offiziell abgesegnet. Der städtische Gemeindewahlausschuss nahm sich für Stichproben die Unterlagen aus den drei Wahllokalen vor – und hatte keinerlei Beanstandungen. Damit werden der CDU 2736 Stimmen gutgeschrieben, was einem Anteil von 55,73 Prozent entspricht. Für die SPD entschieden sich 2173 Wähler (44,27 Prozent).

Dass sich an der Mandatsverteilung in der Ratsversammlung mit neun Sitzen für die CDU und acht für die SPD dennoch nichts ändert, haben die Sozialdemokraten dem französischen Mathematiker André Sainte-Laguë zu verdanken. Nach einem komplizierten Berechnungsverfahren, das die Verhältnismäßigkeit der jeweiligen Stimmenanteile berücksichtigt, kommt die SPD haarscharf um einem Mandatsverlust herum. Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck stellte denn auch fest: „Richtig verändert hat sich eigentlich nix.“

Interessant ist allenfalls ein Blick auf einzelne Bewerber. So konnte sich CDU-Mann Peter Labendowicz mit 396 Stimmen das beste Einzelergebnis sichern, dicht gefolgt von seinem Parteifreund Andreas Prüß. Und im direkten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenkandidaten hatte Bürgermeister Walter Schulz die Nase vorn. Für ihn votierten 276 Wähler, für seinen SPD-Kontrahenten Bernd Schwutzke 251. Schulz wurde damit direkt in die neue Ratsversammlung gewählt. Als bester SPD-Bewerber schnitt Eicke Stark mit 290 Stimmen vor Doreen Rupieta (273) ab. Beide ziehen denn auch direkt in die neue Ratsversammlung ein. Alle anderen sieben Direktmandate gehen an die CDU.

Eher ernüchternd ist für alle Beteiligten die erneut dürftige Wahlbeteiligung. In Wilster machte nicht einmal jeder zweite Wähler von seinem Recht auf Stimmabgabe Gebrauch, was Franck ausgesprochen schade fand. Dabei waren auch noch eine ganze Reihe von Stimmzetteln ungültig. Einige hatten handschriftlich AfD darauf vermerkt, andere gaben Kommentare ab oder steckten sogar leere Zettel in die Urnen.

Am Wilsteraner Endergebnis ändert das nichts. Auf der konstituierenden Sitzung am Montag, 11. Juni, wird sich die Ratsversammlung noch einmal damit beschäftigen, bevor die Zahlen im Herbst dann amtlich festgestellt werden. Die jeweils 30 Euro Sitzungsgeld für die Mitglieder des drei Mal tagenden Prüfungsausschusses gab es schon gestern in bar.

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