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Chemiewerk : Sparkurs bei Lanxess – Jobs erstmal sicher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Flaute in der Auto-Industrie macht sich bemerkbar. Dennoch: Gewerkschaft gibt Entwarnung für den Standort im Brunsbütteler ChemCoastPark.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Gerüchte um einen drohenden Abbau von Arbeitsplätzen oder sogar um einen möglichen Verkauf des Lanxess-Werkes im Industriepark Brunsbüttel bereiten derzeit weder dem Betriebsrat noch der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG-BCE) Kopfschmerzen. Darin sind sich Gewerkschaftssekretär Andreas Suß aus Neumünster sowie Lanxess-Betriebsratsmitglied Georg Kitzmann einig. Beide sehen die rund 100 Lanxess-Arbeitsplätze am Standort Brunsbüttel zurzeit nicht in Gefahr.

„Wir warten ab, sind aber äußerst wachsam“, bestätigte Suß am Wochenende in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Bei Lanxess gebe es keine Anzeichen, dass der Standort aufgegeben werden solle. Es werde zwar über einen möglichen Verkauf des Werkes spekuliert, aber auch dann werde es sicherlich irgendwie weitergehen, ist Suß optimistisch. Auch Georg Kitzmann hat für den Betriebsrat in den letzten acht Wochen keine Veränderung der Situation ausgemacht. „Wenn wir was wissen, werden wir auf die Presse zugehen und die Öffentlichkeit informieren“, versprach er.

Hintergrund: Der Kölner Konzern beziffert seine Jahresproduktion im Brunsbütteler Werk mit rund 100 000 Tonnen, vorwiegend Alterungsschutzmittel für Autoreifen und andere Kautschukprodukte sowie Vorprodukte für Pflanzenschutzmittel und Farbstoffe. Der Abbau von Arbeitsplätzen war auf den Tisch gekommen, nachdem die Autokrise in Europa die Reifennachfrage sinken ließ. Lanxess sprach zwar von einem Zwang zum Sparen, ließ aber mitteilen, dass Standortschließungen in Deutschland nicht geplant seien. Dennoch alarmierend: Betriebsbedingte Kündigungen könnten allerdings nicht ausgeschlossen werden. „Wir bleiben dran“, betonte Andreas Suß.

Auch bei den Arbeitsplätzen im benachbarten Bayerwerk Brunsbüttel gebe es keinen Anlass zur Sorge, fügte er hinzu. Er unterstrich die große Bedeutung einer starken Gewerkschaft, um im Einvernehmen mit der Arbeitsgeber- und Arbeitnehmerseite zu positiven Ergebnissen zu kommen. Ein erfreuliches Beispiel sei dafür das ehemalige Dystar-Werk, das heute als CFB (Chemische Farben Brunsbüttel) „wieder gut davor“ sei. Man habe hier vor drei Jahren zwar einen Sozialplan aufstellen müssen, „aber heute läuft alles wieder rund“. „Die Kollegen sind dafür sehr dankbar“, stellte Andreas Suß fest. CFB sei ein gutes Beispiel, wie man eine Sache erfolgreich gestalten könne, wenn Unternehmen, Betriebsrat und Gewerkschaft eng miteinander kooperieren.

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