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Sparkassen-Belegschaft spendet für die Fluthilfe

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

itzehoe | Oft verteilt die Sparkasse Westholstein Zuwendungen, und zwar in ihrem Geschäftsgebiet. Doch besondere Ereignisse erfordern besondere Schritte: Angesichts der Flutkatastrophe im Juni sammelten die Mitarbeiter des Geldinstituts für die Opfer. Jetzt übergab Rudolf Kochan, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, 12 050 Euro an Heribert Röhrig von der Aktion Deutschland Hilft.

Das eigene Geschäftsgebiet entlang der Elbe sei bisher von solchen Fluten zum Glück verschont geblieben, sagte Kochan. "Eine gewisse Verbundenheit mit den Elbanrainern flussaufwärts tut uns ganz gut. Uns kann es auch ganz schnell einmal betreffen." Im Normalfall gebe es bei dem Unternehmen keine Sammelspenden und entsprechende Aufrufe. Doch in dieser Situation wurde die Idee, die aus dem Haus gekommen sei, aufgegriffen, ebenso wie 2002 nach der so genannten "Jahrhundertflut". Durch den Verzicht auf Zeitgutschriften waren damals 11 000 Euro zusammengekommen. Dieses Mal spendeten die Mitarbeiter drei Wochen lang, die Sparkasse verdoppelte den Betrag. 140 Angestellte machten mit, rund ein Viertel der Belegschaft, und sorgten so für das fünfstellige Ergebnis: "Eine tolle Leistung", freute sich Kochan.

Auf Stefan Preuß trifft das noch in anderer Hinsicht zu: Der Angestellte aus Dithmarschen fuhr als Mitglied des Katastrophenschutzes in die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt, kontrollierte Deiche, schleppte bei großer Hitze Sandsäcke. Dann drohte im Ortsteil Jederitz der Deich zu brechen, Preuß Einheit rückte an. "Sehr, sehr dankbar" seien die gut 100 Einwohner für die letztlich erfolgreiche Hilfe gewesen, nachdem ihnen klar geworden sei, dass die Helfer nicht zur Evakuierung angerückt waren. Nach einer knappen Woche kam Preuß zurück nach Marne - und musste sofort weiter nach Brunsbüttel, wo das Unwetter gewütet hatte.

"Die Solidarität bei solchen Katastrophen ist schon immens", stellte Kochan fest. Das konnte Heribert Röhrig auch mit Blick auf die Flut in Lauenburg nur unterstreichen. Der Kieler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Aktion Deutschland Hilft und heute Kuratoriumsmitglied, berichtete, dass bundesweit 90 bis 100 Millionen Euro an Spenden eingegangen seien, rund die Hälfte davon bei der Aktion Deutschland Hilft und ihren Mitgliedsorganisationen.

"Die Hilfe hat sofort angefangen", schilderte Röhrig. In Lauenburg zum Beispiel gebe es bei der Arbeiterwohlfahrt einen Fonds für unbürokratische Soforthilfen. Viele Projekte seien in Planung, es müsse aber gewartet werden, welche öffentlichen Mittel zur Verfügung stünden. Der Spendenstrom ist weitgehend versiegt, seit die Flut und ihre Folgen nicht mehr die Nachrichten dominieren. Doch Mittel würden weiter gebraucht. Umso mehr lobte Röhrig die Sparkasse: "Eine tolle Aktion."

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