Sparkasse statt Drogeriemarkt

Ratsversammlung gibt grünes Licht für Neubau

shz.de von
17. Juli 2015, 11:00 Uhr

Die Sparkasse Westholstein plant den Neubau eines mehrgeschossigen Bürogebäudes in Brunsbüttel. Am Mittwochabend stellte die Ratsversammlung mit einem Mehrheitsentschluss die Weichen für den Neubau auf der freien Grundstücksfläche in der Röntgenstraße, unmittelbar neben dem Dänischen Bettenlager. Die Plänen für die Errichtung eines Kinderspielplatzes in der Baulücke oder eines DM-Drogeriemarktes mit einer Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern sind damit endgültig vom Tisch.

„Durch diesen Beschluss zeigen Sie einem neuen Unternehmen, das sich in unserer Stadt ansiedeln wollte, die Rote Karte“, bedauerte FDP-Ratsfrau Bettina Jebens die Mehrheitsentscheidung. Die Argumente der Befürworter, die in dem Bau eines Bürogebäudes anstelle eines Drogeriemarktes einer Stärkung der Koogstraße sehen, seien für sie nicht nachvollziehbar, betonte Jebens. Als einziges Ratsmitglied sprach sie sich gegen die Änderung des Bebauungsplans 19 und damit gegen die Pläne der Sparkasse aus.

„Wir zeigen einem Unternehmen keine Rote Karte, nur weil wir ihm sagen, dass er sich an einem bestimmten Ort nicht niederlassen kann“, wies SPD-Ratsherr Willy Malerius die Anschuldigungen zurück. Dass die zukünftigen Geschäftsräume der Bank zunächst vornehmlich den „City-Bereich“ stärken, bestritt Malerius nicht. Es seien in der Schleusenstadt und insbesondere in der Koogstraße ausreichend Flächen vorhanden, wo sich die Drogeriemarktkette DM ansiedeln könne. Die Eröffnung einer Filiale im Bereich der unteren Koogstraße würde sogar eine dringend benötigte Stärkung der dortigen Einkaufsmeile nach sich ziehen.

Den Plänen des Discounters Lidl, die Verkaufsfläche der Filiale in der Heisenbergstraße von jetzt 920 auf 1350 Quadratmeter zu vergrößern, stimmten die Ratsmitglieder geschlossen zu. Jedoch kritisierten FDP-Ratsherr Michael Mohr und sein grüner Amtskollege Christian Barz die Beschlussform, die eine Erweiterung der Verkaufsfläche auf die beantragten 1350 Quadratmeter begrenzt. Beide sahen in der Beschränkung eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes.

„Wir haben jetzt bei diesem Unternehmen eine Begrenzung in die Beschlussvorlage aufgenommen, weil dieses aktuell einen Antrag gestellt hat“, sagte Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Sobald ein anderes Unternehmen mehr Platz benötige, müsse darüber nachgedacht werden, inwieweit dann ebenfalls eine Begrenzung angebracht ist. Ferner sei zu prüfen, ob eine Erweiterung grundsätzlich möglich ist, da mit einer Vergrößerung einer Verkaufsfläche gleichzeitig auch mehr Parkplätze von dem jeweiligen Unternehmen vorgehalten werden müssen. „Das Platzangebot ist nun mal begrenzt“, so der Bürgermeister.


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