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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 11:55 Uhr

Sanierungsfall : Sparflamme im Gesundheitsamt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreis will Sanierungsfall in der Viktoriastraße nur „am Leben halten“ und wartet auf Entwicklung der Neubaupläne.

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Der Handlungsbedarf im Gesundheitsamt ist groß – aber nicht so groß wie bei anderen Gebäuden des Kreises. Deshalb wird in den Räumen der Behörde in der Viktoriastraße nur das Nötigste getan.

Mängel gibt es eigentlich überall in dem 1954 gebauten und 1975 erweiterten Gesundheitsamt. Dach und Decken, Dämmung, Haustechnik, Nutzbarkeit, alle Bereiche sind benannt in dem jüngsten Gutachten. Es kommt auf Sanierungskosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro, mindestens seien 900 000 Euro erforderlich, „um das Gebäude auf einen energetisch, hygienisch und brandschutztechnisch akzeptablen Stand zu bringen“, schrieb die Verwaltung in der Vorlage für den Kreis-Bauausschuss.

Eine gut zwei Jahre alte grobe Schätzung war von 600 000 Euro ausgegangen. Kreisdezernent Dr. Friedrich Stork: „Wenn man ein älteres Gebäude genauer anschaut, kommen immer mehr Grausamkeiten zum Vorschein.“ Eine Möglichkeit sei, das Haus mit geringerem Aufwand „am Leben zu halten, bis der große Brocken Kreishaus verdaut ist“. Auch die Politik wollte nur das Nötigste in Angriff nehmen, zumal sich nach einem Kreishaus-Neubau in jetzigen Kreisgebäuden Flächen für das Gesundheitsamt ergeben könnten, wie Ausschussvorsitzende Ilona Adamski (Piraten) feststellte. Es gelte, den Bürgerentscheid zum Kreishaus abzuwarten: „Nach dem 6. Juli sind wir schlauer.“

Der Handlungsdruck sei beim Gesundheitsamt nicht so groß wie bei anderen Gebäuden, stellte Stork fest. „Das sehen die Nutzer natürlich ein bisschen anders“, relativierte Johannes Lindner, Leiter des Sachgebiets Bauunterhaltung beim Kreis. So müssten die Türen zu sensiblen Büros beim Sozialpsychiatrischen Dienst dringend schalldicht werden: „Ich konnte auf dem Flur stehend jedes Wort verstehen.“

Ein anderes Problem: Legionellen. Die Gesundheitsgefahr kann entstehen, wenn Wasser in Leitungen steht – und in den Räumen des Gesundheitsamtes gibt es ungenutzte Handwaschbecken mit Boilern. Das sei zwar nicht so tragisch, weil es erst gefährlich werde, wenn zum Beispiel beim Duschen Aerosole entstünden, sagte Lindner. „Dennoch ist die Frage, ob es sich gerade ein Gesundheitsamt leisten kann, nicht zu reagieren.“ Nun soll geprüft werden, wo nicht benötigte Leitungen tot gelegt werden können. Das soll mit vorhandenen Mitteln zur Bauunterhaltung bewältigt werden, ebenso wie das Türproblem.

 

 

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