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Schülerprojekt: : Spannender Weg zum ersten Buch

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Kleine Verlegerinnen aus der Grundschule in Wewelsfleth geben das Werk mit 16 Geschichten demnächst in Druck. Anfang Februar soll die öffentliche Präsentation folgen.

von
erstellt am 07.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Wenn sie heute wieder in die Schule starten, beginnt für Lea Sophie Cybula (8), Chantal Otto (8), Johanna Marschall (7) und Rosa-Marie Hellerich (7) eine besonders spannende Zeit: Die vier Schülerinnen der Grundschule Wilstermarsch am Standort Wewelsfleth sind mit ihrem Buchstabenverlag die wohl jüngsten Verlegerinnen Deutschlands und werden das erste Buch mit selbstverfassten Geschichten und Werken anderer Schüler Anfang Februar präsentieren.

Mit Beginn des Schuljahres nahmen die kleinen Verlegerinnen ihr Projekt auf – in einer Grundschul-AG, geleitet von Anja Marschall aus Wewelsfleth. Selbst Autorin und bis vor kurzem Verlegerin, begleitet sie die vier Mädchen bei der Entstehung des Buches – vom Schreiben und Sichten der Texte über Illustration und Druck bis hin zur Finanzierung und Präsentation. 16 Geschichten haben die Verlegerinnen zusammengetragen. „Das Buch wird ein wenig dicker als wir geplant haben“, berichtete Anja Marschall. Aus Kostengründen wird es im Taschenbuchformat erscheinen, Sponsoren unterstützen das Projekt. Justine Hübner (14), ebenfalls aus Wewelsfleth, hat einen großen Teil der Geschichten bebildert.

Wie eine Illustratorin professionell arbeitet, haben die vier Kinder, in deren Schule alle zwei Wochen freitags Projektarbeit in vielfältigen Bereichen angesagt ist, an einem der Vormittage erlebt. Sie besuchten Illustratorin Julia Reyelt in Glückstadt. Mit Schmetterling Horst lernten sie, wie man Geschichten illustriert.

Und dann ging es ans Lektorat. Lektorin Birgit Rentz aus Itzehoe kam eigens in die Wewelsflether Grundschule, um den Mädchen zu erklären, was ihre Aufgabe beim Büchermachen ist. Birgit Rentz arbeitet seit mehreren Jahren erfolreich als freie Lektorin für Verlage, Autoren und Firmen. „Und das bring ganz viel Spaß“, sagte sie, als sie ihr komplexes Tätigkeitsfeld als Fehlerjägerin den jungen Verlegerinnen vorstellte. „Ich habe eure Texte sanft lektoriert“, erklärte sie. Die jungen Autoren sollten nicht großartige Veränderungen merken. „Eis geht einfach nur darum, dass das Kopfkino besser bedient wird.“ Ihr Ansinnen sei es, dass die Kinder nicht Angst haben sollten, „fertig gemacht zu werden“, sondern hinterher das Gefühl haben, „das war gut“. Während ihres Besuchs unterhielten sich Lektorin und Verlegerinnen ganz vergnügt über Wortwahl, Logik, Textverständnis, Vollständigkeit und den berühmten „roten Faden“. „Ganz wichtig ist mir, dass ihr eure Geschichten wiedererkennt“, betonte Birgit Rentz. Sie wollte die Texte noch ein zweites Mal lesen, dann sollten die Schüler ihre Geschichten noch einmal selber dahingehend durchsehen, ob alles richtig gut ist.

Während der Weihnachtsferien machte sich dann Anja Marschall gemeinsam mit Ehemann Jürgen zu Hause daran, die Seiten zu gestalten, jetzt sind sie dabei das Buch-Cover zu entwickeln. „Die Kinder werden dann entscheiden, ob das Buch so gedruckt werden soll“, so Anja Marschall. Ist alles von den Verlegerinnen genehmigt, wird das Werk zum Drucker gegeben. Läuft alles planmäßig, sollte das erste Buch des Buchstabenverlags Ende Januar vorliegen. Vorgesehen ist die öffentliche Buchpräsentation dann am 8. Februar im Alfred-Döblin-Haus.

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