Spannender Trip in die Steinzeit

Fertig: Nele zeigt die getöpferten Steinzeitprodukte.
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Fertig: Nele zeigt die getöpferten Steinzeitprodukte.

Viertklässler aus Kollmar besuchen Themenpark in Albersdorf

shz.de von
02. Juni 2014, 08:30 Uhr

Wir, die Klasse 4a aus Kollmar, sind vor kurzem in die Steinzeit gereist, in den Steinzeitpark nach Albersdorf.

Wir wollten unter anderem an einem Töpferprojekt teilnehmen. Anna und Lisa, die in ihrer Freizeit einen Töpferkurs machen, berichteten uns von elektrischen Drehscheiben und der zugehörigen Technik. Aber dann kam alles ganz anders…

Denn in der Steinzeit gab es keinen Strom, und somit lernten wir zu töpfern wie in der Steinzeit, ohne Wasser und ohne Drehscheibe, nur mit der Hand. Zu Anfang hat jeder nach Anleitung ein Gefäß getöpfert. Danach gab es noch viele andere Ideen und es sind weitere schöne Dinge entstanden, wie zum Beispiel Messer, Anhänger, Mäuse und andere Figuren und vieles mehr.

Gebrannt wurden die Stücke natürlich auch nicht in einem elektrischen Brennofen, sondern die Sachen müssen lange trocknen. Deshalb sollte man später auch keine Flüssigkeiten hineintun. „Das war spannend zu vergleichen, wie es früher war und heute gemacht wird“, meinte Anna hinterher.

Außer dem Töpfern gibt es im Steinzeitpark noch viele andere Aktionen. Wir durften einigen anderen Klassen über die Schulter gucken, die zum Beispiel Bogenschießen oder Malen mit Naturmaterialien gemacht oder Schwirrhölzer gebaut und ausprobiert haben. Es sah alles sehr spannend aus!

Diese Aktionen muss man allerdings für die Klasse extra buchen. Einen Rundgang durch das Steinzeitdorf kann man aber auch spontan mit normalem Eintritt machen.

Das haben wir auch gemacht. Besonders spannend war es für uns durch einen niedrigen Grabhügel zu gehen. Der Fußboden war teilweise mit gebrannten Feuersteinen bedeckt und man musste sich ziemlich ducken.

Auch die Häuser der Steinzeit haben uns beeindruckt. „Ganz schön cool, was für große Häuser sie damals schon gebaut haben“, staunte Lyan. Die Häuser im Steinzeitdorf der Jungsteinzeit, die tatsächlich aus Holz und Lehm nachgebaut wurden, waren schon recht groß. Etwa sechs Monate bauen die Mitarbeiter an so einem Haus, das erfuhren wir von dem Archäologen Dr. Rüdiger Kelm, der uns auf unserem Rundgang begleitete und fast alle unserer vielen, vielen Fragen beantworten konnte. Er selbst hat sogar am Steinzeitdorf mit gebaut, früher allerdings mehr als heute. Gebaut wird aber immer noch, wie man an den Baufortschritten sehen konnte.

Das Dorf kam uns schon riesig vor, nimmt aber mit vier Hektar nur einen Teil des gesamten Steinzeitparks mit 40 Hektar ein – für uns unvorstellbar groß. Deshalb haben wir auch nur einen Teil des Steinzeitparks gesehen und haben es leider nicht geschafft, die verschiedenen Gräber und Tiere im anderen Parkteil noch zu besichtigen. Nur die Highlandrinder vor dem Park haben wir zu Beginn besichtigt.

Dafür haben wir aber versucht, große Findlinge zu bewegen. Tade, unser Stärkster, war beeindruckt, wie leicht man mit der Technik der Steinzeitmenschen so einen großen, nicht durch Tragen zu bewegenden Stein einfach mit ein paar Kindern zusammen ziehen konnte. Außerdem schauten wir uns noch ein mit Bett, Ofen und anderen Dingen eingerichtetes Steinzeithaus sowie einen Brunnen und den Nachbau eines Grabhügels an.

Das Interessanteste und Spannendste an diesem Tag war für uns alle aber der Besuch beim Steinzeitmenschen. Werner Pfeifer trägt Steinzeitkleidung und baut gerade mit seinen Mitarbeitern an einem Haus aus der Mittelsteinzeit. Werner will nämlich den Sommer über dort einziehen. „Trotz Ungeziefer?“, fragte Lukas ungläubig. „Ohne Handy, ohne Elektrik?“, fragte Lea entsetzt. Ja!

Wie überall im Park nutzt Werner unter anderem auch echte Knochen und echte Tierfelle. „Toll, dass er das alles selbst macht“, fand Jolie. Er erzählte uns, wie damals Farbe hergestellt wurde, welche einige Kinder gleich ausprobierten. Und wie man Pfeile macht. Er hat uns auch erklärt, wie er aus der abgeschabten Birkenrinde einen Kleber namens Birkenteer herstellt, mit dem er auch seine eigenen Sachen stabil macht. Und er hat uns die einzelnen Schritte der Bohrtechnik vorgeführt. Wir durften selbst auch einmal ausprobieren zu bohren.

Wir fragten Werner Löcher in den Bauch und erfuhren, dass er alles selbst macht und herstellt, nur zum „Jagen“ muss er in den Supermarkt gehen, das sagen die gesetzlichen Bestimmungen.

Schmuck und Pfeilspitzen in der Art, wie Werner sie uns gezeigt hat, kann man auch im kleinen Museumsshop kaufen, was viele von uns zum Abschluss des Ausflugs auch machten. Der Tag war schön. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort hinzufahren. Oder wie Lea sagte: „Ich möchte da noch mal hin!“

Klasse 4a der Schule
am Deich, Standort Kollmar

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