Bürgermeister in Brunsbüttel : Spannender Endspurt bei Stichwahl

Im Bürgersaal verfolgte Martin Schmedtje mit moralischer Unterstützunf von Tochter Rika und Lebensgefährtin Bettina Petersen (l.) die Bekanntgabe der Wahlergebnisse.
Im Bürgersaal verfolgte Martin Schmedtje mit moralischer Unterstützunf von Tochter Rika und Lebensgefährtin Bettina Petersen (l.) die Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Am 1. Oktober tritt Martin Schmedtje seinen Posten als neuer Brunsbütteler Bürgermeister an.

shz.de von
25. Juni 2018, 15:23 Uhr

Martin Schmedtje wird zum 1. Oktober neuer Verwaltungschef in Brunsbüttel. Der 51-jährige Verwaltungsfachmann konnte sich am Sonntag in einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seinen Mitbewerber Dietrich Wienecke (49) durchsetzen. Insgesamt waren 10 641 Brunsbütteler an die Wahlurne gerufen, um in der Stichwahlen den neuen Bürgermeister zu wählen. Rund 38,8 Prozent haben abgestimmt, Schmedtje erhielt 2210, der Buchhändler Wienecke 1906 Stimmen.

Als um 18.13 Uhr die ersten Ergebnisse aus dem Wahllokal der Brunsbütteler Südseite im Bürgersaal des Elbeforums öffentlich bekannt geben wurden, ging ein Jubelschrei der Schmedtje-Anhänger durch den Raum. 65 Prozent und somit 117 Wähler hatte er dort von sich überzeugen können. Auch in den folgenden zwei Stimmenbezirken hatte der 51-Jährige die Nase vorn. Nach der Auszählung in der Boy-Lornsen-Grundschule wendete sich kurzzeitig das Blatt. In dem Wahlbezirk mit der höchsten Wahlbeteiligung (56,5 Prozent) holte Dietrich Wienecke 448 von 793 Stimmen und zog damit an seinem Kontrahenten vorbei. Die Entscheidung fiel schließlich in den letzten drei Wahllokalen, wo Schmedtje wieder jeweils ein paar Prozentpunkte mehr und damit endgültig den Sieg holte.

Während Martin Schmedtje mit moralischer Unterstützung von Tochter Rika und Lebensgefährtin Bettina Petersen die Stimmenauszählung im Bürgersaal verfolgte, blieb Dietrich Wienecke der öffentlichen Veranstaltung fern. Erst nach der Bekanntgabe des Endergebnisses erschien er kurz, um seinem Kontrahenten zu gratulieren. „Es war mir eine Ehre, für das Amt des Bürgermeisters kandidieren zu dürfen, und ich bin stolz, gegen die geballte Macht von CDU, SPD, FDP und Landrat ein so gutes Ergebnis erzielt zu haben“, sagte Wienecke, der sich bei seinen Wählern für die Unterstützung bedankte. „Wir haben in den letzten Wochen in Brunsbüttel ein Stück lebendiger Demokratie geschrieben“, ergänzte der Buchhändler. Dieser hatte insbesondere die sozialen Netzwerke für seinen Wahlkampf genutzt. Mit seinen Beiträgen rund um die Bahnanbindung und Wiederbelebung der Cuxhaven-Fähre, hatte Wienecke auf Facebook immer wieder für kontroverse Diskussionen gesorgt. Und die hatten zum Teil auch zu verbalen Entgleisungen geführt.

„Natürlich habe ich die Beiträge verfolgt und kann dazu nur sagen, dass auch ich Ideen und Visionen habe. Es gibt jedoch Themen, die man medial nicht breittreten muss. Das war nie meine Art und darauf wollte ich mich jetzt auch gar nicht erst einlassen“, so Martin Schmedtje.

Da der Pressesprecher des Kreises Rendsburg-Eckernförde noch bis Ende September seinem derzeitigen Arbeitgeber verpflichtet ist, wird er seinen Posten als Bürgermeister der Schleusenstadt erst am 1. Oktober antreten können. Die Zwischenzeit möchte der Familienvater jedoch nicht ungenutzt verstreichen lassen: „Ich suche mir jetzt eine 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon und schöner Lage in Brunsbüttel.“ In den kommenden Monaten und Jahren möchte er das Vertrauen auch der Brunsbütteler gewinnen, deren Stimmen er nicht bekommen hat. „Ich möchte ein Bürgermeister aller Brunsbütteler sein“, erklärte der Wahlsieger.

Zu den ersten Gratulanten zählte Landrat Stefan Mohrdieck. „Ich freue mich für Herrn Schmedtje und bin froh darüber, dass dieser Wahlkampf nun vorbei ist“, erklärte der Vorgänger im Amt des Bürgermeisters. „Es waren zum Teil sehr intensive Debatten, die Brunsbüttel in einem Wahlkampf um diesen Posten so wohl noch nicht erlebt hat und bei denen einige über Grenzen gegangen sind.“ Verbale Spitzen gingen auch in Richtung des ehemaligen Bürgermeisters, der in einem eigenen Beitrag erläuterte, wie viel Zeit, Engagement aber auch Verzicht der Posten des hauptamtlichen Bürgermeisters dem Amtsträger abverlangt.

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