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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 20:05 Uhr

Spannender Einblick in die Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zeitzeugen haben das Wort im dritten Band der Herzhorner Chronik über Vereine und Verbände

Eintauchen in die Geschichte der Gemeinde, ohne dabei eine der obligatorischen kiloschweren Chroniken wälzen zu müssen, die sich inhaltlich an Jahreszahlen entlang hangeln: Der Herzhorner Chronik- und Heimatverein hat sein eigenes Konzept entwickelt, wie die Ortsgeschichte lebendig dargestellt werden kann. Jetzt liegt Band 3 der „Mosaiksteine zur Geschichte“ vor. Schwerpunkt sind Vereine und Verbände in der Gemeinde. Und, damit ist diese Chronik besonders aktuell: Es geht um Flüchtlinge.

Nicht die, die heute nach Europa kommen, sondern diejenigen, die der Zweite Weltkrieg heimatlos gemacht hatte, zum Teil auch nur vorübergehend wie durch den Hamburger Feuersturm. Die Situation damals wie heute sei jedoch ähnlich, schreiben die drei Autoren Klaus Lange, Klaus Gremnitz und Herbert Frauen in ihrem plattdeutschen Vorwort.

Eindrucksvolle Berichte von Zeitzeugen, die in den Kriegswirren nach Herzhorn kamen, machen deutlich, was damals geleistet wurde: „De Integration vun de Minschen in de Nokriegstied hier bi uns is vorbildlich“, fasst das Chronikteam zusammen.

Dies ist natürlich nur ein Aspekt der Herzhorner Ortsgeschichte. Nach Band 1 zum Dorfjubiläum, der sich 2004 schwerpunktmäßig mit dem Ort befasste, erschien 2010 der zweite Band. Darin ging es um Kirche, Schule und andere Einrichtungen. Nun, im aktuellen Buch, befasst sich der Chronik- und Heimatverein als Herausgeber mit Vereinen und Verbänden. Längst nicht mehr alle sind in Herzhorn erhalten geblieben. Dennoch ist auch dieser Band mit seinen 144 Seiten lesenswert, gerade auch für die Außenstehenden. So können Neubürger ihre Gemeinde entdecken. Und Alteingesessene finden viel Material, sich zurück zu erinnern.

Dass gerade die Menschen aus Herzhorn wichtig sind, wird an die vielen Fotos deutlich, die letzten Seiten greifen so Ereignisse der jüngeren Ortsgeschichte quasi im Zeitraffer auf. „Die Menschen sollen sich wiederfinden, sagt der Vorsitzende des Chronik- und Heimatvereins, Kai Blohm. Erneut ist der Einblick in Herzhorns Geschichte im handlichen Format erschienen. Wieder mit dem inzwischen prägenden Umschlagbild, das schon für die erste Ausgabe der inzwischen verstorbene Glückstädter Maler Hans-Peter Wirsing gezeichnet hatte: Ein Blick auf den Ort, mit der Kirche im Zentrum.

Es wird nicht der letzte Band sein, die Ortsgeschichte birgt noch genügend Themen für weitere Ausgaben. Als nächstes sollen Handwerk und Gewerbe im Zentrum stehen. So schnell wird der Band jedoch nicht erscheinen. Herbert Frauen möchte Abnutzungserscheinungen vorbeugen. Die Herzhorner sollen sich ja auch darauf freuen, wenn dann wieder ebenso spannend wie unterhaltsam ein Einblick ins Dorfleben vorgelegt wird. Ohnehin, so Klaus Lange, sei nicht die Zeit das Problem: „Wir müssen ja auch erstmal wieder sparen.“ Der Verein mit seinen 114 Mitgliedern schultert das Buchprojekt. Gleichwohl weiß Herbert Frauen, dass die Zeit dann drängt, wenn eben jene Mitbürger zu Wort kommen sollen, die als Zeitzeugen vergangener Tage berichten.

Zunächst in 500 Exemplaren liegt Band 3 vor und kostet schmale sieben Euro. Wenig Geld für eine Lektüre, die den Ort aus so ganz anderer Sichtweise skizziert. Wer es exakt und mit vielen Jahreszahlen mag, der könne immer noch „auf ein dickes Buch zur Geschichte Herzhorns“ zurückgreifen, die klassische Chronik. Allen anderen empfehlen sich die Mosaiksteine des Chronik- und Heimatvereins. Die beiden zuvor erschienenen Ausgaben lassen sich über Kai Blohm ordern. Das aktuelle Buch ist erhältlich im Bürgerbüro, in der Gaststätte „Zur Linde“ und in der Rhin Apotheke in Herzhorn sowie in der Bücherstube am Fleth und dem Detlefsen-Museum in Glückstadt. Außerdem ist es im Poppenhuus in der Engelbrechtschen Wildnis verfügbar. „Veel Högen bie’t Lesen“ wünschen die Autoren auf jeden Fall.

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von
erstellt am 15.Nov.2015 | 15:31 Uhr

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