OLDTIMER : Spannende Rennen locken Tausende

Classic Motor Days: Das größte Publikumsinteresse riefen die Rennen  hervor.
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Classic Motor Days: Das größte Publikumsinteresse riefen die Rennen hervor.

Großer Besucherzustrom bei den Classic Days auf dem Hungrigen Wolf.

shz.de von
02. Juni 2014, 12:00 Uhr

Aus der Ferne konnte man gar nicht ausmachen, ob es nun die Motoren der Oldtimer, Flugzeuge oder der Autorennen waren, die man da dröhnen hörte. Zahlreiche Besucher erlebten dann aber ganz aus der Nähe ein spektakuläres Ereignis mit mehr als 160 teilnehmenden Fahrzeugen. Viele Fahrer waren dafür von weiter her angereist. Umrahmt von einem bunten Programm, gingen die Classic Motor Days (CMD) auf dem Flugplatz Hungriger Wolf nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr nun in ihre zweite Runde mit Tausenden von Besuchern an beiden Tagen.

Das größte Publikumsinteresse riefen die Rennen in verschiedensten Disziplinen hervor, wie etwa in Rundläufen, in denen es auf die Gleichmäßigkeit der Geschwindigkeit ankam. Gleich mehrere Oldtimer-Serien trugen einen ihrer Meisterschaftsläufe aus. Etwas überschattet wurden diese allerdings von einem Unfall am ersten Renntag. Bei zwei Motorrad-Gespannen hatte die Bremse blockiert, beide hakten ineinander und stürzten. Glück im Unglück hatten die Fahrer und Beifahrer. Außer Prellungen und blauen Flecken sei ihnen nichts passiert, berichtete gestern Anton Schlenger-Evers, der die Veranstaltung gemeinsam mit Peter Wischmann (Globus-Events) und Bernhard Rösler auf die Beine stellte, auf Anfrage unserer Zeitung. Alle vier waren zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht worden, zwei kehrten noch am selben Tag ins Fahrerlager zurück, die anderen beiden blieben bis gestern zur Kontrolle in der Klinik. Die Motorräder waren allerdings kaputt. Die Rennen gestern verliefen „ohne jegliche Probleme trotz des Regens“, so Schlenger-Evers zufrieden. „Alle fahren sehr vernünftig.“

Begeistert waren die Besucher nicht allein von den Rennen, sondern auch von der Präsentation historischer Gefährte. Einen silber glänzenden „Morgan Three Wheeler“ – ein dreirädriger historischer Rennwagen aus England – stellte Christoph Reichert aus Barsbüttel von einem von drei Harley-Zulieferern in Deutschland gleich am Eingang aus. Der machte mit seinen 550 Kilogramm Gewicht, 82 PS und 180 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit schon beim Stehen großen Eindruck. „Wir haben ihn selber gebaut und dementsprechend groß ist auch das Interesse der Besucher“, freute sich Christoph Reichert. Im Fahrerlager lenkten mehrere flache Autos die Aufmerksam auf sich: flache, aerodynamische Mc Laren-Renner. Wolfgang Lange vom LMP Engineering aus Gräfeling in Oberbayern erläuterte: „Wir bauen sie komplett selber neu und fahren damit im Histo Cup mit.“ Mit 550 PS bringen es die flachen Flitzer mit ihren leichten 720 Kilogramm auf 280 Stundenkilometer und sind in unter vier Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. „Viele, hauptsächlich erfolgreiche Geschäftsleute, erfüllen sich damit einen Kindheitstraum.“

Unterdessen war Almuth Evers als „KlaunA“ mit dem elektrischen Fahrrad, einem „Velo Solex“, Baujahr 1979, unterwegs, das bei Geschwindigkeit einen Motor zuschaltete. So trieb sie ihre Späße mit den Besuchern. „Besonders die Kinder machen gut mit und haben ihren Spaß“, freute sie sich. Mit dabei am ersten Tag auch Ex-„Miss-Tagesschau“, Dagmar Berghoff, die in den Oldtimer eines Bekannten stieg, und am zweiten Tag der mehrmalige Speedway-Weltmeister und -Legende Egon Müller, der die Zuschauer als Streckensprecher unterhielt.

Bernhard Rösler, Vorsitzender des Itzehoer Luftsportvereins, präsentierte wie gewohnt viele historische Flugzeuge, die für Rundflüge gebucht werden konnten. „Es ist sehr viel mehr los als im vergangenen Jahr. Unsere Antonov, der weltweit größte einmotorige Doppeldecker, ist ständig unterwegs, und auch unsere drei vereinseigenen Cessnas sowie die Ultraleichtflugzeuge sind ausgebucht.“ Insgesamt waren hier bei bestem Flugwetter acht Maschinen im Einsatz, die an einem Tag bei Sicht bis zur Nordsee mehr als 500 Fluggäste beförderten. Neben den Rennen sorgte das Rahmenprogramm mit Musik, einem Teile-Flohmarkt und den Vorstellungen verschiedener Clubs und Vereine sowie eines Oldtimer-Händlers für Unterhaltung auf dem Gelände. Insgesamt zeigten sich die Organisatoren ausgesprochen zufrieden. Mehr Fahrer und Zuschauer als beim ersten Mal ist Bestätigung für ein gelungenes Event.


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