Neubau Jobcenter : Soziales Leistungszentrum entsteht

Gemeinsamer Spatenstich  als Startsignal für den Baubeginn (v. li.): Stefan Mohrdieck, Alfred Schuschel, Renate Agnes Dümchen und Ralf van Döllen.
Gemeinsamer Spatenstich als Startsignal für den Baubeginn (v. li.): Stefan Mohrdieck, Alfred Schuschel, Renate Agnes Dümchen und Ralf van Döllen.

Ende des Jahres wollen sie einziehen: Jobcenter, Jugendamt und Arbeitsagentur erhalten in Brunsbüttel ein neues, gemeinsames Gebäude.

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24. Januar 2015, 16:09 Uhr

Nach zehn Jahren verlässt das Jobcenter sein Domizil am Von-Humboldt-Platz. Gestern war wenig weiter an der Albert-Schweitzer-Straße 22 der erste Spatenstich für einen Neubau, den die derzeit 25 Mitarbeiter bereits zum Jahresende beziehen sollen. Mit Beginn des Jahres 2016 sollen die Kunden dann unter der neuen Adresse ihre Anlaufstelle finden. Zugleich werden dort auch eine Außenstelle des Jugendamts und der Arbeitsagentur Dithmarschen ihre Räume beziehen. Für die Stadt bietet der Auszug aus dem einstigen Bauamt direkt am Elbeforum nun neue Perspektiven, die auf drei Standorte verteilte Verwaltung wieder stärker zu bündeln.

Mit dem Neubau, der rund drei Millionen Euro kosten wird, werde die Vision eines sozialen Leistungszentrums Wirklichkeit, erklärte Alfred Schuschel, Geschäftsführer des Jobcenters Dithmarschen, begeistert. Diese Idee habe sich weder in Heide noch in Meldorf so konsequent umsetzen lassen. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“, erklärte Schuschel mit Blick auf die bereits 2011 angeschobenen Pläne.

Der Bau erfolgt zwar unter Regie des Jobcenters, Investor ist letztlich aber die Oldenburger HBG Bauträger GmbH, ein Familienunternehmen, das in den vergangenen 25 Jahren 30 Neubauten für Jobcenter und Arbeitsagenturen realisiert hat. Das Projekt in Brunsbüttel ist in Schleswig-Holstein das zehnte Objekt dieser Art des Unternehmens. Das 52 Meter lange und 12 Meter breite Gebäude wird als dreigeteilter, zweigeschossiger Komplex entstehen und 1400 Quadratmeter Nutzfläche aufweisen. Schon in den nächsten Tagen soll die Pfahlgründung vorbereitet werden. Dabei, so HGB-Geschäftsführer Ralf van Döllen, werde nicht gerammt – was für die unmittelbaren Nachbarn auch angenehmer sei. Der Bau, den die HBG bis Ende 2015 fertig gestellt haben muss, wird von einem Generalunternehmer erstellt. Wobei, so van Döllen, Betriebe aus der Region durchaus noch mit ihren Leistungen zum Zuge kommen könnten. Heizungswartung etwa durch eine Fachfirma vor Ost sei sinnvoller, als Handwerker auf weite Wege nach Brunsbüttel zu schicken.

Für Bürgermeister Stefan Mohrdieck ist der Neubau ein Stück Stadtentwicklung. Er erinnerte daran, dass ursprünglich sogar einmal geplant war, in diesem Quartier ein neues Rathaus zu bauen. Entstanden ist dann lediglich das Bauamtsgebäude.

Brunsbüttel erwächst durch das frei werdende stadteigene Gebäude, in dem schon vor dem Einzug des Jobcenters das Bauamt untergebracht war, eine neue Perspektive. So sei denkbar, überlegte Mohrdieck, Bauamt und auch Bürgerbüro dort wieder anzusiedeln. Beide sind derzeit in gemieten Räumen an der Röntgenstraße beziehungsweise der Koogstraße untergebracht und brauchen grundsätzlich mehr Platz. Das Bürgerbüro in der Nähe des von Schuschel skizzierten sozialen Leistungszentrums unterzubringen, gilt ohnehin als sehr sinnvoll.

Raumnot hat letztlich auch das Jobcenter zum Umzug bewogen. Spätestens seit das Jugendamt am Von-Humboldt-Platz mit eingezogen sei, hätten die Mitarbeiter seiner Behörde und auch der Arbeitsagentur kräftig zusammenrücken müssen, sagte Schuschel. In etlichen Büros stünden Umzugskartons voller Aktenordner. „Jetzt sehen die Mitarbeiter Licht am Ende des Tunnels.“ Im Neubau werden ähnlich wie heute 45 Mitarbeiter von Jobcenter, Jugendamt und Arbeitsagentur ihre Büros haben. Verkehrsgünstig wie bisher entsteht der Bau nahe dem ZOB. Das sei wichtig, damit die Kunden ihre Sachbearbeiter möglichst problemlos erreichen könnten.

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