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Gemeinschaftsschule Kellinghusen : Sozialarbeiter auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Therapiehund „Jessie“ hat Ausbildung für eine anspruchsvolle Aufgabe an der Gemeinschaftsschule in Kellinghusen. durchlaufen.

Für „Jessie“ gibt es kein Schuljahr: Die sechsjährige Hündin durfte schon vor dem Einschulungstag in der Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstrufe (GMS) an ihrer Schultüte schnuppern. Mitgebracht hatte das Geschenk die stellvertretende Schulleiterin Petra Fobbe. Gemeinsam mit den zukünftigen Fünftklässlern die Schulbank drücken wird Jessie allerdings nicht. Ihr Arbeitsplatz ist die Schulsozialarbeit.

In den Räumen abseits des Schulbetriebs haben Anya Haack und Sybille Nörskau-Denker, das Frauchen von Jessie, schon seit Jahren ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte von allen Menschen in der Schule. Als ausgebildeter Schultherapiehund übernimmt Jessie dort nun eine wichtige Rolle. Die Herzen der Schüler hat die langhaarige Mischlingshündin bereits im Sturm erobert. „Hallo, Jessie!“ heißt es von allen Seiten, wenn sie federleichten Schrittes an Frauchens Seite durch das Forum tänzelt.

Jessies vierbeinige Kollegen werden in Kitas, Seniorenheimen und anderen Schulen als wichtige Mitarbeiter geschätzt. „Der Hund drängt sich positiv auf und schafft so eine entspannte Atmosphäre“, beschreibt Nörskau-Denker die positive Wirkung des Einsatzes. Heraus hebt sie außerdem die tierische Eigenschaft, allen Besuchern vorurteilsfrei zu begegnen und keinerlei Erwartungshaltung zu haben. „Jessie erkennt instinktiv Stimmungen, sie schenkt vorbehaltlos Vertrauen – und bekommt dies auch zurück“, weiß Frauchen.

Wuscheln im weichen Fell des Vierbeiners beruhigt und tröstet und hilft bei Aufregung, runterzukommen. „Auf vordergründig aggressive Schüler wirkt die Anwesenheit des Hundes beruhigend“, erklärt Nörskau-Denker. Umgekehrt steigert Jessie das Selbstvertrauen unsicherer, schüchterner Kinder. Nach kleinen Übungen mit dem Hund fällt es viel leichter, Worte für das Gespräch mit den Sozialarbeiterinnen zu finden. Und zuweilen lösen sich kleine Probleme in Lachen auf. Etwa, wenn Jessie ein Leckerli auf der Nase balanciert oder „High five“ mit den Pfoten anbietet. „Der Hund ist ein Türöffner für uns“, unterstreicht Nörskau-Denker.

Zu tun gibt es genug für Jessie. Der Andrang in der Schulsozialarbeit ist groß, außer in Notfällen wird bereits mit Terminvergabe gearbeitet. Ein anstrengender Job für den Vierbeiner, der währende seines Einsatzes stets „auf Sendung“ ist. Vor Überforderung schützt ein Rückzugsort unter Frauchens Schreibtisch. Mit Bravour bestand sie die Ausbildung bei Profitrainerin Stephanie La Motte in Glückstadt „Notwendig wurde dies, als deutlich wurde, daß der Hund so hier nicht arbeiten darf“, berichtet Nörskau-Denker. Die Schüler starteten seinerzeit eine Unterschriftenaktion für ihren Schulhund. Überzeugt von dessen Einsatz zeigte sich auch Kerstin Koch, Vorsitzende des Fördervereins. Der Verein übernahm letztlich die Kosten für Jessies Ausbildung als Schultherapiehund. „Im Schulverband haben wir davon Kenntnis genommen“, sagte Peter Pfahl anlässlich Jessies „Einschulung“.

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