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Norddeutsche Rundschau

23. September 2017 | 13:15 Uhr

Personalabbau : Sorgen bei der Wasserschutzpolizei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Arbeitsgruppe analysiert den möglichen Personalabbau – Innenminister Andreas Breitner sucht in Brunsbüttel das Gespräch.

Über den 40 Beamten der Wasserschutzpolizei in Brunsbüttel schwebt das Damoklesschwert eines drohenden Personalabbaus. Innenminister Andreas Breitner aber versprach gestern im Dienstgebäude auf der Schleuse: „Brunsbüttel wird immer ein Schwerpunkt der Wasserschutzpolizei bleiben.“ Hinterher schickte er ein Lob: „Sie alle machen einen guten Job.“

Der 1. Polizeihauptkommissar Dirk Benzmann als Leiter des Bezirksreviers Brunsbüttel erläuterte die Schwerpunkte der Arbeit: die Berufsschifffahrt mit internationalem und weltweitem Schiffsverkehr und diversen Hafenanlagen, den größten Chemiestandort des Landes und die Polizeiaufsicht auf dem Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel bis Königsförde hinter Rendsburg.

Landesweit will der Innenminister – das sei der Schuldenbremse und der Finanzsituation des Landes geschuldet – in den drei Schwerpunkten IT-Bereich, Verkehrsüberwachung und Wasserschutzpolizei die Zahl der Beschäftigten bis zum Jahr 2020 um 122 Stellen zurückfahren. Wer in welchem Maße betroffen sein werde, entwickele zurzeit eine Arbeitsgruppe unter anderem mit Fachleuten aus Kriminal-, Schutz- und Wasserschutzpolizei. Die Ergebnisse sollen bis Ende Juni vorliegen. „Danach werden wir prüfen und die Vorschläge politisch bewerten“, so Breitner.

Er verstehe die Ängste und Befürchtungen der Beamten angesichts der laufenden Strukturanalyse. Diese Sorge könne er ihnen auch nicht nehmen – deshalb suche er das Gespräch. Die Beamten erinnerten den Minister daran, dass im Revier Brunsbüttel schon immer eine umfassende Ausbildungsarbeit betrieben wurde. Wenn die Beschäftigtenzahl reduziert werde, drohe auch eine Schwächung des gesamten Netzwerkes, warnte ein Kollege. Den Beamten liege viel daran, weiterhin im Orts-, Freundes- und Kollegenkreis tätig zu sein. Als Alternative bleibe ein Wechsel zur Kripo- oder zur Schutzpolizei. In diesem Zusammenhang betonte der Minister, dass „die 110-Polizei“ vom Personalabbau ausgenommen sei: „Einsparungen könnten wir hier in der Öffentlichkeit nicht rechtfertigen.“ Im Gegenteil: In den nächsten Jahren müssten sogar mehr Nachwuchskräfte eingestellt werden, um die hohe Zahl der Pensionierungen ausgleichen zu können.

Was der Personalabbau für die Wasserschutzpolizei im Einzelnen bedeute, sei völlig offen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe würden ergebnisoffen geprüft, so Breitner. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er kategorisch aus. Der Personalabbau werde so „soft wie möglich“ geschehen.

Der Minister war wohl zum letzten Mal im WSP-Dienstgebäude auf der Schleuse zu Gast. Es muss in Kürze Platz machen für die Schleusenerweiterung. „Auf der Suche nach einem neuen Dienstgebäude sind wir auf der Zielgeraden“, sagte Breitner, nachdem ein gemeinsames Zuhause für Wasserschutz- und Bundespolizei nicht zum Zuge gekommen war. „Wir müssen endlich zu Potte kommen!“

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