Protestaktion in der Amtsverwaltung in Wilster : Sorge vor zu hoher Radioaktivität

Überbringen dem Amt Wilstermarsch eine Sammeleinwendung mit knapp 500 Unterschriften: (v.l.) Anke Dreckmann, Ursula Lehnau, Norbert Pralow, Giesela Wieneke, Karsten Hinrichsen und Eilhard Stelzner.
Überbringen dem Amt Wilstermarsch eine Sammeleinwendung mit knapp 500 Unterschriften: (v.l.) Anke Dreckmann, Ursula Lehnau, Norbert Pralow, Giesela Wieneke, Karsten Hinrichsen und Eilhard Stelzner.

Umweltschützer haben Unterschriften gegen Vattenfalls Pläne zur Einleitung belasteten Wassers in die Elbe vor Brunsbüttel gesammelt.

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07. Dezember 2018, 16:42 Uhr

Wilster | Eine Sammeleinwendung mit 500 Unterschriften gegen die Einleitung von radioaktiv belastetem Wasser aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel in die Elbe haben Vertreter der Initiative Brokdorf akut und der Kreisgruppe Steinburg des BUND bei der Bauverwaltung des Amtes Wilstermarsch abgegeben. Grund für die Aktion ist ein von der Betreibergesellschaft Vattenfall gestellter Antrag auf die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis für die Einleitung von erwärmtem Kühl- und Abwasser in die Elbe.

Der beantragte Grenzwert in Verbindung mit dem Bauantrag für das Abwasserrohr erwecken unser Misstrauen. Karsten Hinrichsen, Brokdorf akut
 

Zudem wird beantragt, den Grenzwert für radioaktive Stoffe, die jährlich über das Abwasser abgeführt werden dürfen, auf 185 Milliarden Becquerel festzusetzen sowie die Genehmigung für den Bau einer rund 200 Meter langen Ableitung zur besseren Verdünnung radioaktiv kontaminierter Abwässer.

„Der beantragte Grenzwert in Verbindung mit dem Bauantrag für das Abwasserrohr erwecken unser Misstrauen“, sagt Karsten Hinrichsen von Brokdorf akut und erläutert: „Während des Betriebes hat Vattenfall augenscheinlich gute Arbeit geleistet und die genehmigten Grenzwerte zu weniger als 0,01 Prozent ausgeschöpft. Warum wird der beantragte Grenzwert jetzt nicht entsprechend nach unten korrigiert?“ Obwohl im Kernkraftwerk keine Brennelemente mehr vorhanden seien und es quasi kaum noch etwas zu kühlen gebe, werde weiterhin mit der Entnahme und Einleitung von gut 10 Millionen Kubikmetern Elbwasser pro Jahr geplant, kritisieren die Umweltverbände. „Wir befürchten, dass sich der Betreiber des AKW Brunsbüttel während des Rückbaus zwar an die Grenzwerte, jedoch nicht an das Gebot der Strahlenminimierung und der Zustandsverbesserung für die Elbe halten wird“, so Eilhard Stelzner. Radioaktive Abfälle vom Rückbau könnten auf günstige Art und Weise über die Abwässer entsorgt werden. „Warum sonst will der Betreiber mit dem Abwasserauslass weiter in die Elbe hinein gehen und eine bessere Verdünnung erzielen?“, fragt Hinrichsen. Die Radioaktivität könnte am Ende sogar zu höheren Strahlenwerten im Gemüse führen. In Niedersachsen haben sich daher laut NDR 4400 Menschen der Unterschriftenaktion angeschlossen.

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