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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 22:39 Uhr

Energiewende : Sonnenstrom für 1700 Haushalte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einer der größten Solarparks im Norden ist an der B 77 bei Peissen entstanden. Gestern feierten Dorf, Investor und Hersteller Einweihung.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 05:01 Uhr

Mit den 24 200 Solarmodulen neben der Bundesstraße 77 könnte man locker 14 Gemeinden von der Größenordnung Peissens mit Strom versorgen – zumindest tagsüber. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern feierten Hersteller und Investor gestern die Fertigstellung eines der größten Solarparks im Norden. In einer ehemaligen Kiesgrube wird auf einer Fläche von rund 16 Hektar Sonnenstrom für 1700 Haushalte erzeugt. Die Bauzeit betrug nur zwei Monate, die Gesamtinvestition liegt bei gut sechs Millionen Euro.

„Fassen Sie ruhig alles an. Man kann sich nicht die Finger verbrennen“, warb Bernd Sönnichsen, Geschäftsführer von Aldra Solar in Meldorf, für die von seinem Unternehmen erstellte Anlage. Die Zusammenarbeit mit den Behörden und der Gemeinde, so schwärmte er, sei hervorragend gewesen. Größtes Problem war noch der Anschluss ans Netz. Dafür musste erst eine 2,6 Kilometer lange Leitung bis zum Übergabepunkt in Silzen gelegt werden. Hier wird bereits seit April Strom eingespeist.

Der erst jetzt offiziell eingeweihte Solarpark war in Rekordzeit in den Winterwochen aufgebaut worden. „Zeitweise war es saukalt“, lobte Sönnichsen denn auch das Durchhaltevermögen der Monteure. Mit dem neuen Solarpark habe Aldra Solar im Norden einen Marktanteil von inzwischen 25 Prozent. Für Sönnichsen ist Sonnenstrom nach wie vor „eine saubere Geschichte, für die man auch kein Endlager braucht“. Auch private Eigenverbrauchsanlagen seien immer noch sehr wirtschaftlich zu betreiben.

Der Peissener Solarpark ist inzwischen im Besitz von Jens Rohde. Der Frestedter Landwirt betreibt bereits Anlagen in St. Michaelisdonn und auf der ehemaligen Steinburger Mülldeponie in Ecklak. Allein im Kreis Steinburg kann Rohde mit seinen Solarparks inzwischen Strom für mehr als 2500 Haushalte erzeugen. Wenn denn eingespeist werden darf. Ähnlich wie bei Windkraftanlagen werden bei einem Überangebot im Netz auch die Solarmodule auf Null gefahren. Allein in Peissen sei das in diesem Jahr schon zehn bis 20 Mal geschehen.

Gestern herrschten bei kühler Witterung und strahlendem Sonnenschein allerdings geradezu optimale Bedingungen, wovon auch die Dorfbewohner profitieren konnten. Aldra Solar spendierte zur Einweihung Gulaschuppe, Kaffee, Kuchen und Freibier. „Trinken Sie bis zum Umfallen“, zeigte sich Sönnichsen als großzügiger Gastgeber, was insbesondere in den Reihen der Feuerwehr mit lautstarker Zustimmung kommentiert wurde. Die Helfer mussten allerdings auch schon arbeiten. Sie wurden am Morgen in die Besonderheiten des Brandschutzes, zum Beispiel bei Böschungsbränden oder schmorenden Transformatoren, eingewiesen. Schließlich spendierte Sönnichsen auch noch der Gemeinde eine 2000-Euro-Spende, über deren Verwendung nun der Gemeinderat befinden soll.

Bürgermeister Reinhard Petersen erinnerte noch daran, dass die Gemeindevertretung ebenso wie die ganze Bevölkerung nach anfänglichen Bedenken voll und ganz hinter dem Solarpark stehe. Er hofft natürlich darauf, dass eines Tages auch ein paar Gewerbesteuern für das klamme Gemeindesäckel abfallen. Noch schöner, so Petersen, wäre es allerdings gewesen, wenn sich auch Bürger an der Investition beteiligt hätten. So darf sich einzig Investor Rohde über einen durchschnittlichen Jahresenergieertrag von 5,7 Millionen Kilowattstunden freuen.

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