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Sonderleistungen beim Arzt: Sozialverband mahnt zur Vorsicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) informierte über das Thema Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz Igel. Dazu begrüßte die Ortsvorsitzende Ulrike Schlotfeldt neben zahlreichen Vereinsmitgliedern Dieter Konietzko. Der ehemalige AOK-Mitarbeiter ist Mitglied im sozialpolitischen Ausschuss des SoVD und mit den Regelleistungen der Krankenkassen und den Igel vertraut.

„Bei den Individuellen Gesundheitsleistungen handelt es sich um Leistungen, die Ärzte vorschlagen oder die sich manchmal der Patient wünscht, deren Kosten aber nicht von den Krankenkassen übernommen werden“, erklärte Konietzko. Die Sozialgesetze änderten sich eigentlich jedes Jahr und vom Thema Igel möchte man am liebsten nichts mehr hören, führte der Dozent aus. Doch immer häufiger werde den Patienten suggeriert, dass die Standartleistungen nicht ausreichten, um eine umfassende Behandlung durchzuführen. „Nehmen sie das nicht so einfach hin“, mahnte Dieter Konietzko. Die Igel-Liste wurde 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den freien ärztlichen Berufsverbänden herausgegeben. „In vielen Arztpraxen laufen die Igel-Leistungen auf Bildschirmen und die Arzthelferinnen sind angehalten, Sonderbehandlungen anzubieten.“

Der Referent mahnte zur Vorsicht: „Keine Igel ist so wichtig, dass sie sofort durchgeführt werden muss, informieren sie sich und nehmen sie sich Zeit, die Angebote zu prüfen.“ Im Internet könne man einiges dazu nachlesen, außerdem geben die Krankenkassen Auskunft. Auch neutrale Personen wie der Patientenombudsverein oder der SoVD können im Zweifelsfall helfen. Viele Sonderleistungen sind bereits in den Regelkatalog der Kassen aufgenommen worden, zum Beispiel einige Naturheilmittel und Impfungen in der Reisemedizin. „Die Kosten der Prävention sind sehr viel geringer, als die Behandlungskosten bei einer Erkrankung.“

Dieter Konietzko ist aufgefallen, dass viele Menschen lieber für Zusatzleistungen zahlen, aber kostenfreie Behandlungen wie die Grippeschutzimpfung, das Hautscreening oder eine Koloskopie nicht in Anspruch nehmen. Wichtig sei die Klärung, ob die Igel-Leistung bei Vorlage eines entsprechenden Befundes nicht doch von der jeweiligen Krankenkasse übernommen wird. Dazu sollte ein schriftlicher Kosten- und Behandlungsvertrag mit den detaillierten Maßnahmen und deren Preise vorliegen.


>Infos unter www.igel-verzeichnis.de; www.data-med-bonn.de; www.igel-aerger.de

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erstellt am 15.Okt.2015 | 17:43 Uhr

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