zur Navigation springen

Bildung : Sommerliche Plaudereien mit dem Ministerpräsidenten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Torsten Albig informierte sich beim Jugendaufbauwerk in Kellinghusen.

Eine Runde Englisch plaudern – damit hatte Ministerpräsident Torsten Albig beim Besuch der mittelholsteinischen Kleinstadt wohl kaum gerechnet. Für die fremdsprachliche Überraschung sorgte das Jugendaufbauwerk (JAW) Steinburg, letzter Programmpunkt der Halbtagsvisite im Rahmen seiner traditionellen Sommertour.

Aufs Schönste erfüllte sich in der Einrichtung außerdem das Tour-Motto „Vielfältige Bildung“. Begeistert zeigte sich der Landesvater über die internationalen JAW-Verbindungen, die sogar bis ins ferne Tansania reichen. So lernte er Nancy Towo und Gloria Mero kennen, die im Rahmen eines Partnerschaftsbesuches derzeit bei der BiBeKu zu Gast sind. Beim Abendessen unter freiem Himmel mit Leckereien aus der JAW-Küche erzählten die Teenager von ihrem Leben und ihren Berufswünschen. Beide wollen Medizin studieren – die eine an der Universität von Moshi, die andere in der Millionenmetropole Daressalaam. Höchst interessiert hörte Albig von den seit rund vier Jahren bestehenden engen Beziehungen zu dortigen Bildungseinrichtungen mit einem regelmäßigen Lehrkräfte- und Schüleraustausch.

Entspannt war es zuvor auch bei der Vorstellung der BiBeKu/JAW Steinburg durch Geschäftsführer Marcus Wack zugegangen. Dabei konnte sich der Ministerpräsident wie zuhause fühlen – das weiße JAW-Haus in der Brauerstraße befindet sich in Landeseigentum. Die langjährige kommunale Trägerschaft ist hingegen Geschichte. Seit 2007 ist die BiBeKu Gesellschaft für Bildung Beruf Kultur mbH Trägerin des JAW Steinburg. In seinem kurzen Rückblick erinnerte Wack an das Jahr 2003, als ein verändertes Vergaberecht der traditionellen JAW-Arbeit den Boden entzog. Nach dem „Schlag ins Kontor“ hätten einige Mitarbeiter zunächst einen Verein gegründet, 2009 erfolgte die Gründung der heutigen GmbH. Inhaltlich werde die seit 1949 bewährte Arbeit des ehemals kommunalen JAW fortgeführt, bewusst gewählt sei auch die Bezeichnung JAW Steinburg: „Wir arbeiten für und mit Menschen aus der Region.“

Statt dröger Rhetorik servierte das Führungstrio Marcus Wack, Michael Worm und Sandra Wagner dem Gast eine lebendige Darstellung der unterschiedlichen Arbeitsfelder. In einer Stuhlkreisrunde erläuterten ehemalige und derzeitige Teilnehmer unterschiedliche Maßnahmen. Aysc Berg fand den gewünschten Ausbildungsplatz im Handwerk im Rahmen einer zehnmonatigen Berufsvorbereitung. Maren Hannemann kam als Langzeitarbeitslose und erledigt jetzt in fester Anstellung die Verwaltung und Organisation des Sozialkaufhauses, wo die BiBeKu in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Verein „Von Hand zu Hand“ aktuell 25 Einsatzstellen für Ein-Euro-Kräfte bietet. Den 17-jährigen Wakas Makbool führte der Weg aus Belutschistan nach Deutschland. Über die extern angebotenen Schulsozialarbeit geriet der perfekt deutsch sprechende Jugendliche unter die JAW-Fittiche und startet nun eine Lehre als KFZ-Mechatroniker.

Am Beispiel von Sandra Schäufler zeigten sich bleibend starke Bande zum JAW. „Wir haben uns vor zwölf Jahren in einer damals noch zwei Jahre laufenden Maßnahme kennen gelernt“, erklärte Worm. Sie überzeugte ihren jetzigen Arbeitgeber damals durch ein Langzeitpraktikum. Da ihr Ausbildungsbetrieb nun schließt, fand Sandra über das JAW einen neuen Job im Bäckerhandwerk. „Übergänge schaffen, Fragestellungen klären und gemeinsam eine gute Antwort finden“, sei nach wie vor Kern der unterschiedlichen Arbeitsfelder, sagte Worm.

Mit Beginn der nächsten Förderperiode wird unter dieser Überschrift auch BiBeKu-Coach Helmut Priebe an der örtlichen Gemeinschaftsschule in Sachen Berufsfindung tätig sein. Aufhorchen ließ Albig der kommende Start der Produktionsschule. Das Gebäude wie auch die Werkstätten böten dafür ganz viel, erklärte Wack auf seine Nachfrage. „Als ehemalige Trägerin hat die Stadt von den Investitionsmitteln des Landes immer gern Gebrauch gemacht.“

 

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen