Sommerfest für einen Gebetsraum

Hoffen auf hohe Gebote: Georg Fries (l.) und Pastor Jochen Driesnack mit den Bildern von Holger Koppelmann, die beim Sommerfest versteigert werden sollen. Foto: mohs
Hoffen auf hohe Gebote: Georg Fries (l.) und Pastor Jochen Driesnack mit den Bildern von Holger Koppelmann, die beim Sommerfest versteigert werden sollen. Foto: mohs

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24. Juni 2010, 07:18 Uhr

Brunsbüttel | Südafrika ist in aller Munde. Der afrikanische Kontinent steht auch im Mittelpunkt des Sommerfestes bei der Seemannsmission Brunsbüttel, das Sonntag, 4. Juli, in der Kanalstraße 8 steigt. Der Erlös aus der Veranstaltung soll für die Einrichtung eines Andachtsraumes verwendet werden.

Unter dem Motto "Sieben Weltmeere, sieben Religionen, ein ökumenischer Andachtsraum" wolle man in der Seemannsmission einen Platz schaffen für Stille und Gebete, sagt Jochen Driesnack. Der Brunsbütteler Pastor wird von Seeleuten aus aller Welt immer wieder gefragt: "Father, can we pray?" ("Pater, können wir beten?"). "Da weiß man dann nicht, wo man hingehen soll." Außer dem Büro gebe es in der Mission, die vor neun Jahren komplett umgestaltet wurde, keinen Raum, in den man sich zu zweit zurückziehen könne.

Ein Betriebsausflug des Missions-Teams nach Hamburg-Harburg verstärkte den Wunsch nach einem Andachtsraum. Die dortige Seemannsmission verfügt bereits darüber, und Einträge im Gästebuch beweisen, wie wichtig das für viele Seeleute ist. "Der Raum ist für alle Menschen, die ein religiöses Bedürfnis haben", betont der Pastor.

Sobald der benachbarte Paulus-Kindergarten Süd wie geplant in die ehemalige Grundschule an der Jahnstraße umzieht, werde die jetzt noch vom Hausmeister für Spiel- und Arbeitsgeräte genutzte Garage frei. Zusammen mit einer weiteren Garage samt Abstellkammer könnte ein großzügiger neuer Raum entstehen. "Es soll sehr schön werden", sagt Driesnack. "Wir wollen dort geschmackvolle Ideen verwirklichen." Der Traum von Seemannsdiakon Leon Meier - bunte Fenster wie in einer Kirche - lasse sich aus Kostengründen zwar kaum umsetzen. "Aber vielleicht findet sich ja auch ein Glasbläser, der uns was Gutes tun will." Als Grundstock für den Umbau dient ein Preisgeld in Höhe von 16 000 Euro vom Verlag "Andere Zeiten". Dazu sollen die Einnahmen aus dem Sommerfest am 4. Juli kommen.

Um 11 Uhr startet das Spektakel rund um die Seemannsmission mit einem Gottesdienst, den Driesnack und der Burger Gospelchor gestalten. Die Gäste können sich anschließend über die Arbeit der Mission informieren, im Eine-Welt-Laden einkaufen und eine Ausstellung über die Reederei Deutsch-Afrika-Linie ansehen. Der Brunsbütteler Georg Fries steuert dazu unter anderem ein Modell einer arabischen Dau sowie ein Bild des Passagierdampfers "Usambara" bei, auf dem sich seine Eltern kennen lernten. Auf die jüngsten Besucher wartet ein buntes Programm mit dem Mitmachzirkus "Kimimazi", Schminken und Spielen.

Bei einer Verlosung winken unter anderem zwei Karten für das Musical "König der Löwen", ein weiterer Hauptgewinn ist eine Fahrt mit einem Binnenschiff der Schramm-Group, das Kupfererz zur Affinerie nach Hamburg bringt.

Brunsbüttel-Fans dürfen bei der Versteigerung zweier besonderer Kunstwerke zugunsten der Seemannsmission mitbieten. Marinemaler Holger Koppelmann hat Bilder der Mole I und IV gestiftet. Interessierte können schon im Internet unter www.seemannsmission-brunsbuettel.de ihre Angebote abgeben.

Für die Musik beim Sommerfest sorgt neben dem Lotsenchor "Takelure" und dem Shanty-Chor "Klabautermänner" die Gruppe "ToubabaQuinta". Bei der Verpflegung spielt das Afrika-Motto ebenfalls eine Rolle: Straußenfleisch vom Grill sowie Strauß-Gulasch mit Fufu. Wer es lieber klassisch mag, ist bei Grillwurst, Frikadellen und Kartoffelsalat richtig. Waffeln und Kuchenspenden runden das kulinarische Angebot ab. Gegen den Durst werden unter anderem alkoholfreie Cocktails gemixt, außerdem wartet afrikanischer Wein auf Abnehmer.

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