Umbauarbeiten in Itzehoe : Sommer ohne Schwimmbad

Bestes Wetter und nichts los: Das Freibad Itzehoe bleibt noch für mindestens einen Monat wegen der Umbauarbeiten geschlossen. Das Hallenbad wird seit kurzem saniert.
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Bestes Wetter und nichts los: Das Freibad Itzehoe bleibt noch für mindestens einen Monat wegen der Umbauarbeiten geschlossen. Das Hallenbad wird seit kurzem saniert.

Das Schwimmzentrum Itzehoe bleibt wegen Umbauarbeiten vorerst geschlossen.

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09. Juni 2018, 08:00 Uhr

Es sei schon Ironie, schreibt ein Nutzer im sozialen Netzwerk Facebook. „Da bekommen wir einen richtig guten Sommer und wir haben kein Schwimmbad.“ Seit einigen Tagen ist das Schwimmzentrum wegen der umfangreichen Umbauarbeiten komplett geschlossen. Eigentlich sollte das vermieden werden, doch das Wetter im Winter machte den Stadtwerken einen Strich durch die Rechnung. „Im Laufe der Sommerferien“ soll das Freibad wieder eröffnen, heißt es vom Betreiber. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Viele Badefreudige weichen bei dem heißen Sommerwetter auf die Schwimmbäder in der Umgebung aus. So auch die Schwimmer des Sport-Clubs-Itzehoe (SCI). „Im Moment trainieren wir in Lägerdorf“, sagt Gerd Niehaus, Abteilungsleiter der SCI-Schwimm-Sparte. Dort sei es „eigentlich nicht schlecht“, aber: „Bei gutem Wetter ist die Hölle los.“ Mit 15 Leuten habe man teilweise nur eine 50-Meter-Bahn zur Verfügung. Dreimal die Woche trainieren Schwimmer des SCI im Lägerdorfer Freibad. „Wir arrangieren uns“, sagt Niehaus. „Bislang sind wir zufrieden , und es kommen auch noch alle zum Training.“ Dennoch: „Es ist eine massive Einschränkung für uns, dieses Freibad ist eine ganz andere Welt.“ Was Niehaus stört: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, wir haben keine Informationen bekommen.“ So sei zum Beispiel noch unklar, ob der Störpokal, ein kreisweiter Wettkampf, der bisher jedes Jahr im Schwimmzentrum Itzehoe ausgerichtet wurde, dort stattfinden kann. „Man wollte uns einen Termin im Februar nächsten Jahres nicht zusichern.“

Auch die Ferienbetreuung des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, das Itze-Cool-Camp, muss vom gewohnten Standort ausweichen. „Wir sind in diesem Jahr auf dem Schulhof der Fehrs-Schule“, berichtet Leiter Carsten Roeder. Es werde „eine Herausforderung mit genauso vielen Chancen wie Problemen.“ Es habe sogar etwa 20 Abmeldungen gegeben – die aber mit Kindern von der Warteliste gleich nachbesetzt wurden.

Die Verantwortlichen bei den Stadtwerken hätten genau diese Situation gern vermieden. „Wir wollten beim Umbau eigentlich unbedingt ohne eine komplette Schließung ausgekommen“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Sönke Doll. Doch das ungewöhnliche Wetter im Winter – zunächst die große Nässe im Dezember, anschließend der strenge Frost Anfang des Jahres, habe den Zeitplan zunichte gemacht. „Das Freibad ist daher nicht wie geplant zum Beginn des Umbaus im Hallenbad Anfang Juni fertig geworden.“

Es habe „mehr als eine Krisensitzung“ gegeben, auf denen diskutiert wurde, wie eine Schließung vermieden werden könne, sagt Doll. Sinnvolle Alternativen habe es aber nicht gegeben. „Eine Verschiebung der Arbeiten innen wäre wegen drohender Konventionalstrafen sehr teuer geworden.“ Und ob die Baufirmen angesichts prall gefüllter Auftragsbücher im allgemeinen Bauboom mitgespielt hätten, sei unklar.

„Da müssen wir nun leider alle zusammen durch“, sagt Doll. Dafür bekomme Itzehoe am Ende ein wesentlich attraktiveres Schwimmbad und das sei angesichts zuletzt sinkender Besucherzahlen das, was sich die Badegäste wünschen.

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