einfach schön : Sommer an der Großen Tonkuhle

Muskelaufbau: Stine Hans und Meta.
1 von 5
Muskelaufbau: Stine Hans und Meta.

Radfahrer und Jogger, Spaziergänger und Schwimmer, Hunde und ein einsamer Erpel tummeln sich an und in dem Badesee mitten in Itzehoe.

shz.de von
18. Juni 2014, 11:45 Uhr


Die halbe Stunde
Heute: Große Tonkuhle


30 Minuten im Alltag, an einem Ort oder bei einer Veranstaltung – was tut sich, was passiert? Das zeigen wir in unserer neuen Reihe „Die halbe Stunde“.

„Das ist Gustav“, erzählt Heike Kohnke. Im Badeanzug steht sie am Ufer der Großen Tonkuhle und weist auf einen schwarzen Erpel, der gerade in Richtung Wasser watschelt. „Der ist so aus der Art geschlagen, der findet keinen Anschluss und keine Freundin.“ Platsch, platsch ist er auch schon drin und zieht auf dem See seine Kreise.

Dabei ist er nicht allein. Mehrere Schwimmer genießen den sonnigen Vormittag in der Tonkuhle. „Für uns ist das ein Kleinod hier“, schwärmt Kohnke und berichtet von der vielfältigen Tierwelt: „Dort brütet ein Haubentaucher, da hinten ist ein Wasserhühnchen mit ganz kleinen Küken. Außerdem gibt es hier Azurjungfern – und Schildkröten.“ Je nach Sonnenstand suchen sich diese ein sonniges Plätzchen am Ufer, weiß die Itzehoerin.

Mit dem Fahrrad kommt die Rentnerin jeden Tag hierher und trifft auf viele Gleichgesinnte: „Die Leute kommen aus der Nähe, zum Beispiel von da oben im Bademantel“, erklärt sie und weist den Hang hinauf zu den Häusern, die das Gelände zwischen Sandberg, Ochsenmarkskamp und Oelixdorfer Straße umsäumen. Aber auch „Jogger, die mal reinhüpfen“, habe sie schon erlebt. Auch Wolfgang Peters schwimmt täglich in der Tonkuhle. Gerade steigt er aus dem Wasser und schwingt sich aufs Fahrrad. „Ich muss gleich zum Mittag“, erklärt er hastig und rauscht davon. Heike Kohnke stürzt sich derweil in die Fluten.

„Sind da keine Steine?“, möchte Sigrid Peters von ihr wissen, die gerade ihr Rad in der Nähe der Badestelle abgestellt hat. Mit ihrer Tochter Tina sei sie hier, um ihr zu zeigen, „wie schön wir es hier haben“. Früher kam die Rentnerin mit ihren Enkeln aus Oelixdorf „zum Plantschen“ her, „aber selbst war ich noch nie drin“. Heute dreht sie täglich eine Runde mit dem Rad um den See: „Für die Fitness.“

Eine junge Dame springt unterdessen am Ufer auf und ab, traut sich aber nicht recht ins tiefere Wasser: Hündin Lessie ist mit ihrer Besitzerin Pat Orend (25) aus Nordrhein-Westfalen für ein paar Tage bei deren Mutter Michaela (46) zu Besuch.„Zu Hause geht sie gar nicht rein“, wundert sich Orend.

Eine andere Hündin ist nicht zum Vergnügen hier. „Wir bingen unserem Hund das Laufen wieder bei“, erklärt Bastian Hans. (28), während seine Frau Stine (29) die dreijährige Boxer-Rottweiler-Hündin Meta zum Schwimmen animiert. Nach einer Nierenentzündung muss die Hündin wieder Muskeln aufbauen. „Letztens hatte sie ganz stark Muskelkater, da haben wir sie zwei Tage in Ruhe gelassen“, berichtet er.

Am Rande des Geschehens pflegt Dr. Edda Fesefeld die Rosen in ihrem Vorgarten. „Wir leben sehr gerne hier“, sagt die pensionierte Ärztin. 1956 erbaute ihre Mutter das Haus als eines der ersten direkt an der Tonkuhle, seit 1980 wohnt Fesefeld selbst hier und betont: „Wir sind immer noch zufrieden.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen