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Insolvenz : Solide Basis: Prokon Mitte 2015 saniert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Insolvenzverwalter zieht positive Zwischenbilanz: Windenergiefirma Prokon hat eine solide Basis, 300 Arbeitsplätze sind gesichert. Läuft alles nach Plan, kann die Firma Mitte 2015 aus der Insolvenz entlassen werden.

Im Januar 2014 wurde der vorläufige Insolvenzantrag gestellt, im Mai das Verfahren eröffnet – und im Juli 2015 wird die Windenergiefirma Prokon saniert aus der Insolvenz entlassen. Das zumindest hofft Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin. Er zog gestern bei einem Standortgespräch im Kreishaus eine positive Zwischenbilanz: „Prokon ist stabil.“

Das sei das Ergebnis des Sanierungsprozesses, der von den Gläubigern „überragend unterstützt“ wird – wenngleich sie Verluste von mehr als 50 Millionen Euro hinnehmen mussten. Ziel sei eine Fortführung mit Augenmaß, dafür gebe es eine stabile Basis. „Die Konzentration auf den Kernbereich Windgeschäft nimmt greifbare Formen an“, so Penzlin. Das Unternehmen soll künftig auf drei Säulen ruhen: Neben der Fortführung der Bestandswindparks in Deutschland und Polen mit mehr als 300 Anlagen ist die Windparkentwicklung der zweite große Baustein. Dabei sollen Projekte künftig nicht mehr nur für den Eigenbedarf, sondern verstärkt auch für andere Unternehmen entwickelt werden. Ein kleineres Feld nimmt die Endkunden-Stromversorgung ein. Bisher werden 43 000 Haushalte über Prokon versorgt. Die anderen Prokon-Bereiche sollen veräußert werden, um aus den Mitteln die Gläubiger zu bedienen.

Bis 31. Januar wolle er den Insolvenzplan beim Amtsgericht einreichen, im April muss in einer zweiten Gläubigerversammlung darüber abgestimmt werden. Wenn alles nach Plan laufe, könne Prokon Mitte 2015 aus der Insolvenz entlassen werden. Die finanzielle Seite sei stabil, dennoch werde man sich weitere Finanzierungsquellen erschließen müssen. Die entstandenen finanziellen Verluste ergäben sich in erster Linie aus Abschreibungen, erklärte Penzlin. So habe Prokon seiner Tochtergesellschaft Prokon Pflanzenöl GmbH in Magdeburg ein Darlehen von 93 Millionen Euro gewährt. „Das muss auf acht Millionen Euro abgewertet werden, weil sich gezeigt hat, dass die Tochter niemals in der Lage sein wird, das zurückzuführen.“ Aus dieser Kategorie habe es mehrere Vorgänge gegeben.

Für die Personalseite konnte Penzlin Positives vermelden. Von den mehr als 450 Arbeitsplätzen seien rund 300 weitestgehend gesichert, auch langfristig – mehr als 200 davon in Itzehoe. Von den übrigen Mitarbeitern habe der große Teil selbst gekündigt oder es seien Zeitverträge ausgelaufen. 70 Mitarbeiter sind seit Juni in einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft untergebracht, aus der es „fortlaufend Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt gibt“, sagte Penzlin.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bekräftigte, dass das Land mit Knowhow und finanziellen Mitteln an der Seite der Region Itzehoe stehe. Itzehoe soll als der Technologiestandort der Westküste ausgebaut werden – im Fokus stehen dabei besonders erneuerbare Energien. „Wir lassen nicht den Kopf hängen, sondern wollen die Region weiterentwickeln“, bekräftigte Landrat Torsten Wendt. „Wir wollen das Silicon Valley von Schleswig-Holstein werden.“

Zumindest ein kleiner Stein falle ihm angesichts dieser Nachrichten vom Herzen, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Die positive Entwicklung bei Prokon sei vor allem Dietmar Penzlin zu verdanken, der selbst aus der Region stammt: „Er macht einen sehr guten Job. Er zeigt echtes Interesse an der Region und man merkt, dass er die Stadt kennt.“

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erstellt am 04.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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