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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 14:50 Uhr

Wassersport : Soldaten stoppen Itzehoer Paddler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Georg Krause muss seinen Kajak-Tripp durch Südamerika vorzeitig abbrechen – und will jetzt erstmal nur in Deutschland fahren

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 12:53 Uhr

750 Kilometer sollten es werden, knapp die Hälfte hat er geschafft: Die jüngste Südamerika-Tour des Itzehoer Extrempaddlers Georg Krause ist nicht immer und überall planmäßig verlaufen. An der Grenze zwischen Venezuela und Brasilien setzte Militär dem Tatendrang des 74-Jährigen und seinen beiden Begleitern ein Ende. Die Grenze war dicht. „Wir konnten da auch nicht durchschlüpfen. Die hatten Schnellboote“, erzählt Krause.

Schon der Auftakt stand unter keinem guten Stern. Georg Krause hatte sich bei seinem inzwischen schon achten Südamerikatrip die zunächst Eroberung des Brazo Casiquiare vorgenommen (siehe Grafik). Der Fluss mündet in den Rio Negro, der wiederum den Amazonas mit speist. Zum Größenvergleich: Allein das Amazonasbecken hat in etwa die Dimensionen von ganz Europa.

„Wasser knapp, Duschwasser knapp, das Essen eine Zumutung und, was noch schlimmer war, Karneval“, fasst Krause die Startbedingungen in Venezuela zusammen. Immer wieder sei er von Militäreinheiten auf Rauschgift oder Sprengstoff kontrolliert worden. Und auch bei den Mineros, die die Edelstein-Vorkommen in der Region ausbeuten, seien die „Gringos“ nicht gerade willkommen gewesen. Letztlich hatte das Trio auch noch zwei Wochen warten müssen, bis endlich ein Bootshändler die benötigten Einbäumen beschafft hatte.

Zu schaffen machten dem Itzehoer auch die Witterungsbedingungen. 37 Grad im Schatten, hohe Luftfeuchtigkeit. „Alle zwei bis drei Stunden musste man da ein Bad nehmen – was aber auch nicht gerade für Abkühlung sorgte.“ Ein weiteres Problem war, dass die Paddler in der extremen Trockenzeit unterwegs waren. Der Fluss selbst führte nur wenig Wasser, immer wieder steckten die Sportler auf Sandbänken fest. Immerhin: 350 Kilometer in gut zwei Wochen unter diesen Bedingungen geschafft zu haben – das wertet Georg Krause als Erfolg. Ein großer Vorteil sei gewesen, dass das Team einen einheimischen Scout dabei hatte. „Der konnte Fische fangen und Lagerfeuer machen. Von dem konnte sogar ich noch eine Menge lernen“, so der Itzehoer

Abseits der größeren Städte hat Krause mit der Bevölkerung nur gute Erfahrungen gemacht. Von den an den Ufern siedelnden Indios seien er und seine Begleiter stets freundlich aufgenommen worden, denn sie waren wohl nach vielen Jahren die ersten Europäer in dieser Region. Der letzte in einem Buch registrierte fremde Paddler auf dem Brazo soll 1992 ein Pole gewesen sein. Allerdings habe sich seit seinen ersten Besuchen viel verändert. Selbst in der kleinsten Hütte gebe es inzwischen Fernsehen und Smartphones, die Dächer sind mit Solaranlagen ausgestattet.

Auf dem Rückweg in die Heimat musste Krause sich erst einmal wieder mit hiesigen Wetterbedingungen anfreunden. Die Zugfahrt vom Frankfurter Flughafen nach Itzehoe legte er eher fröstelnd im T-Shirt zurück. Nicht nur deswegen wird es möglicherweise seine letzte Südamerika-Tour gewesen sein. „Ich habe erst mal die Nase voll.“ Allerdings bezieht sich das nicht aufs Paddeln. Im Mai will Georg Krause wieder beim Weser-Marathon antreten – einschließlich Heimfahrt auf dem Wasser. Und einen Traum hat er noch: von der Donau aus bis nach Istanbul mit dem Kajak.

Vorher gibt es aber noch reichlich Paddeltraining auf der Stör. Krause bietet auch in diesem Jahr wieder bei der Volkshochschule Itzehoe einen Paddelkurs für Anfänger an. Los geht es am Dienstag, 12. April, um 19 Uhr mit einem Info-Abend in der VHS. Dann folgen an zehn Dienstagen praktische Übungen vom Ein- und Aussteigen über Kentern bis zur Knotenkunde. Es gibt noch ein paar freie Plätze.

>Infos und Anmeldungen bei der VHS Itzehoe unter 04821/8040830 oder unter vhs-itzehoe.de

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