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antrag gestellt : Solar Direct: Neustart aus der Insolvenz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Solar Direct GmbH aus Itzehoe hat Insolvenz beantragt. Diese will sie für die Sanierung nutzen.

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Zunächst einmal ist es eine schlechte Nachricht: Die Solar Direct GmbH hat Insolvenz angemeldet. Doch Geschäftsführer Torsten Johnson (53) hat ein klares Ziel vor Augen: Aus der Insolvenz soll sein Unternehmen gestärkt hervorgehen.

Solar Direct ist spezialisiert auf die Planung und Installation von Solaranlagen, liefert auch komplette Anlagen aus anderen Bereichen der regenerativen Energien. Insbesondere der Markt der Photovoltaik geriet zuletzt immer mehr unter Druck, die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sinkt wegen der politisch verordneten Degression von Monat zu Monat, derzeit um ein Prozent.

Dennoch sagt Johnson: Mit dem laufenden Geschäft gebe es keine großen Probleme. Diese stammen vielmehr aus der Vergangenheit, denn bei Bauteilen wie Steckern träten gehäuft Isolationsfehler auf. „Das sind Sachen, die aus sehr umsatzstarken Jahren auf uns zukommen“, berichtet der Geschäftsführer. Waren es einst 60 Millionen Euro Jahresumsatz, so sind es jetzt noch zwei Millionen. Ansprüche mit einem Umfang von 850 000 Euro seien schon aufgelaufen. Die Industrie sei nämlich nur verpflichtet, einen Ersatzstecker zu liefern, der zwei Euro koste, so Johnson. „Aber das bei den Kunden in Ordnung zu bringen, kostet uns 2000 Euro.“ Das sei aus dem derzeitigen Umsatz nicht zu leisten. „Das betrifft nicht nur Solar Direct, das ist eigentlich ein Branchenproblem“, so der 53-Jährige.

Mit dem Insolvenzantrag hat er die Reißleine gezogen, nun laufen die Prüfungen an. „Wir sind jetzt ganz am Anfang“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Nicolas F. Grimm, Anwalt aus Neumünster. Ein großer Vorteil sei, dass die Mitarbeiter nun Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur bekämen, das spare Lohnkosten und gebe bis Ende Juni Zeit zum Nachdenken. In Ruhe könne geprüft werden, wie die Firma zu sanieren sei. Verspreche könne er zwar nichts, sagt Fromm, betont aber: „Wir setzen alles daran, dass wir den Betrieb erhalten.“ Wenn Anfang Juli das Insolvenzverfahren eröffnet werde, gebe es viele Möglichkeiten. Eine davon sei, in einem Insolvenzplanverfahren die Gewährleistungsansprüche zu „begradigen“, die Solar Direct drücken.

Ohne diese Verpflichtungen sei er für die Zukunft guter Dinge und froher Hoffnung, sagt Johnson. Auch von einem Unternehmensberater gebe es eine „positive Fortführungsprognose“ für die Firma, die eine Zweigstelle in St. Michaelisdonn in Dithmarschen und ihren Hauptsitz im Innovationsraum in Edendorf hat. Dort hatte Johnson über eine Holding im Jahr 2011 das ehemalige Gebäude einer Philips-Tochter neben dem Fraunhofer-Institut gekauft, das weitere Mieter nutzen. Eine erneute Expansion mit dem Bau einer Lagerhalle war geplant, wurde aber auf Eis gelegt. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte von früher 50 auf heute zehn, die auf die beiden Standorte verteilt sind. Ihre Jobs gilt es nun zu sichern, und klar ist dabei für Johnson eins: Die fehlerhaften Stecker werden nicht mehr eingesetzt.

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