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Glückstadt als Kulisse für ZDF : „Soko Hamburg“ dreht in Glückstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fünf neue TV-Kommissare ermitteln, wer der Mörder der Wasserleiche aus dem Glückstädter Binnenhafen ist.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Holger Maybaum sitzt am Marktplatz in seinem Auto. Verkehrt herum, was nicht verboten, aber ungewöhnlich ist. Der Schauspieler blickt in den Außenspiegel. Vor ihm in der Tordurchfahrt des Großen Schwibbogens bekommen sich gerade drei junge Leute ganz fürchterlich in die Wolle. Maybaums Augen im Rückspiegel werden unscharf, dafür ist die sich im Schwibbogen abspielende Szenerie auf den Kameramonitoren immer deutlicher zu erkennen. Krimi-Dreh in Glückstadt.

Donnerstagabend steht der Marktplatz und der Große Schwibbogen im Mittelpunkt der Dreharbeiten für die neue ZDF-Vorabendserie „Soko Hamburg“. Kurz nach 18 Uhr haben mehr als 20 Mitarbeiter der Firma Network Movie Film- und Fernsehproduktion mit ihrem beachtenswerten technischen Equipment zunächst das Rathaus sowie den Großen Schwibbogen in Beschlag genommen.

Während die Filmleute Kameras aufbauen und die richtige Beleuchtung ausrichten, stehen drei Jung-Schauspieler hinter dem Rathaus-Altbau und übten ihren Text. „So, erste Stellprobe“, ruft der Aufnahmeleiter. Das ist das Stichwort. Die drei Mimen verschwinden hinter dem vor dem Rathaus stehenden Toiletten-Container.

Und dann geht es ganz schnell: Eine junge Frau schwingt sich auf den Rücken eines Mannes. Übermütig laufen sie zum Torbogen und treten dabei drei vor dem Rathaus stehende Mülltonnen um. Nach einem kurzen wirklich sehr freundschaftlichen Plausch und einer Zigarette stößt ein weiterer junger Mann dazu. Er packt den anderen von hinten, schmettert ihn mit Wucht gegen die Wand und schreit „Ich bring Dich um!“.

Passanten, die gerade am Markt entlang laufen, gehen einige Schritte zurück und gucken, was da gerade passiert. Nichts, denn der Aufnahmeleiter ist noch nicht zufrieden. Währenddessen erstrahlt die 200 Meter entfernt liegende Kreuzung Bohnstraße in gleißendem Scheinwerferlicht. „Das Licht benötigen wir, um später im Film die nötige Tiefenschärfe zu bekommen“, erklärt ein Techniker. Zwischen 19.30 Uhr und 21 Uhr hieß es dann immer wieder „Ruhe bitte, wir drehen“. So manche Klappe ist notwendig, bevor die später in der Soko-Hamburg-Folge „Grenzgänger“ zu sehende dreiminütige Szene endlich im Kasten ist.

Weitere Filmsequenzen, darunter am Kandelaber auf dem Marktplatz, folgten und die Crew holperte mit ihren zahlreichen technisch beladenen Rollwagen über das Marktplatzpflaster. Eine Mitarbeiterin von der Kostümabteilung schleppt drei großen Taschen. „Ich habe alles dabei, von der Wollmütze über warme Jacken bis hin zu Wärmeeinlagen für die Schuhe.“ In den Drehpausen soll niemand frieren.

Deshalb steckt Hark-Uwe Thode auch in einem dicken Parker. Er ist an diesem Abend als Blocker eingeteilt und damit für die kurzzeitigen Sperrungen der Marktplatzumfahrt zuständig. „Eigentlich bin ich von Beruf Zugbegleiter. Doch wenn es meine Schicht zulässt, verdiene ich mir etwas als Komparse oder Blocker dazu“, berichtet der 56-Jährige. Am Montag war er bereits nach Bergung der „Wasserleiche“ aus dem Glückstädter Binnenhafen im weißen Overall als Beamter der Spurensicherung im Einsatz. Noch spannender fand Hark-Uwe Thode seinen Auftritt am vergangenen Wochenende beim Dreh für den Historienfilm „Novembersturm“, wo er unter anderem einen Soldaten mimte und in anderer Maske als Passagier singen musste. „Damit waren wir sogar im Schleswig-Holstein-Magazin“, freut sich der Zugbegleiter über seinen Nebenjob. Währenddessen wird unter dem Kandelaber die Schlussszene abgedreht. „Wunderbar, danke. Für heute ist Drehschluss“, beendet der Aufnahmeleiter kurz nach 23.30 Uhr den Krimidreh.

Gestern stand das Provianthaus im Mittelpunkt der Dreharbeiten für den Vorabendkrimi aus der Elbestadt. Das neue Team ermittelt in Hamburg, aber auch an Orten an der Elbe. Die neuen Kommissare Jan Köhler, Lena Testorp, Oskar Schütz, Cem Aladag sowie Maria Gundlach werden in den Filmen dann mit ihrem schnellen Einsatzboot kommen. Wann die Folge „Grenzgänger“ mit weiteren Kameraeinstellungen vom Jungfernstieg, der Bowlingbahn „Zur Alten Oper“ und dem Schiff „Frieda“ als Pilotfilm zu der neuen ZDF-Serie „Soko Hamburg“ im Fernsehen laufen wird, steht noch nicht fest.

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