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Software aus Brunsbüttel senkt Stromkosten im Wasserwerk

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum Patent angemeldet: Magnussen EMSR-Technik hat eine spezielles Programm für die Pumpensteuerung entwickelt

von
erstellt am 01.Aug.2015 | 10:44 Uhr

Drei Jahre Entwicklungsarbeit und ein halbes Jahr Probelauf im Wasserwerk des Wasserverbands Süderdithmarschen – jetzt hat die Brunsbütteler Magnussen EMSR-Technik GmbH ihr Verfahren zur Energie sparenden Pumpensteuerung zum Patent angemeldet.

Derzeit betreibt der Wasserverband in Odderade und Albersdorf insgesamt 14 Brunnen, aus denen jeweils eine Pumpe Wasser fördert. In einigen dieser Tiefbrunnen sind bereits moderne Pumpen installiert, die weniger Strom verbrauchen. Trotzdem gelangte Jörg Bülow, Leiter der Softwareabteilung bei Magnussen, zu der Erkenntnis: „Da geht noch mehr.“ Da Bülow die Betriebstechnik des Wasserwerks kennt, Magnussen EMSR hat dort die Steuerung vor einigen Jahren erneuert, machte er sich an die Arbeit. Das sei zunächst recht simpel gewesen: Von den Pumpenherstellern ließ er sich die Datenblätter kommen. Anhand spezifischer Kennlinien von Förderleistung und Energieverbrauch machte sich Jörg Bülow dann an die Arbeit. Am Ende hatte er eine Software entwickelt, die tatsächlich sogar als sparsam eingestufte Pumpen noch mehr Strom einsparen ließ. Das Programm steuert sich selbst, es kann aber bei Bedarf jederzeit manuell eingegriffen werden. Das Prinzip: Die Pumpen im Odderader Wasserwerk laufen nicht mehr auf hoher Leistungsstufe, sondern im Verbund gewissermaßen im Sparmodus. Das System errechnet den energetisch optimalen Betriebspunkt aus Stromverbrauch und Förderleistung. Fünf der Pumpen sind bereits mit dem „Visualized Characteristics Controlled Pump Management“ (VCCPM) ausgestattet, eine sechste wird demnächst um das Steuerungsprogramm ergänzt.

Harald Schwaldt, Betriebsleiter im Wasserwerk, ist begeistert. Denn die Anlage, die bundesweit zu den zehn größten gehört, muss ein Energiemanagement nachweisen. Mit Hilfe des Software aus Brunsbüttel dürfte ihm das nun gelingen. Er nennt zwei Beispiele: Der schlechteste Brunnen habe 340 Watt pro Kubikmeter geförderten Wassers verschlungen, nach dem Einsatz einer neuen Pumpe und des VCCPM habe sich der Stromverbrauch auf 112 Watt pro Kubikmeter reduziert. Der beste Brunnen mit neuer Pumpentechnik plus VCCPM sei von 208 auf 118 Watt je Kubikmeter reduziert worden. „Da kann man sehen, wie viel Energie eingespart wird.“ 30  000 Euro nur für den Stromverbrauch der umgerüsteten Pumpen im Jahr – bezogen auf eine jährliche Förderleistung von 60  000 Kubikmetern pro Brunnen.

Ein Nebeneffekt des Systems, der Harald Schwaldt ebenso gut gefällt: Da das Wasser mit verminderter Leistung aus den Brunnen gefördert wird, kann in der Tiefe (rund 120 Meter) Wasser im Fördergebiet gleichmäßiger nachfließen. Einzelne Brunnen werden nicht mehr so stark belastet.

Der Verbraucher spürt von der reduzierten Leistung nichts, das Wasser wird in riesigen Becken vorgehalten und erst dann ins Leitungsnetz abgegeben. Bis zu sechs Millionen Kubikmeter Wasser dürfen jährlich in Odderade und Albersdorf gefördert werden. Täglich sind es derzeit 16  000 Kubikmeter, an heißen Tagen schnellt der Wert Richtung 20  000. Aber, sagt Harald Schwaldt, das seien nur Spitzenwerte.

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