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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 03:39 Uhr

Hobby : Socken stricken statt fernsehen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit über 20 Jahren strickt Heike Albertsen aus Krempdorf die unterschiedlichsten Socken: Einfarbige, bunte, schlichte und geringelte.

Der Winter wird kalt, als erstes frieren die Füße. Da bieten warme Socken eine schnelle erste Hilfe. Die Kremperdorferin Heike Albertsen verspricht „nie mehr kalte Füße“ und zeigt eine ihrer bunten, selbst gestrickten Socken.

Für Handarbeiten war sie schon immer zu haben. „Strümpfe stricke ich schon seit mehr als 20 Jahren – hauptsächlich für Familie, Freunde und Bekannte.“ Seit mittlerweile 22 Jahren bietet Heike Albertsen alljährlich auf dem Hobbykünstlermarkt im Detlefsengymnasium ihre Produkte an. „Erst war ich da mit Kleinigkeiten, dann kamen die Strümpfe dazu, die jetzt den größten Teil ausmachen.“ Für ihre handgestrickten Socken verarbeitet sie „nur die gute Regia-Strumpfwolle“, wie sie sagt. Die besteht zu 75 Prozent aus Schurwolle und zu 25 Prozent aus Polyamid. Dadurch seien die Socken länger haltbar. „Die Sohlen laufen sonst so schnell durch.“ Und ihre Stricksocken halten anscheinend wirklich lange. „Ein Paar hat meine Tochter zehn Jahre lang getragen“, so Heike Albertsen. Eine Freundin von ihr trage noch die ersten Socken, die sie für sie strickte. „Erst jetzt sind neue fällig, weil die Sohlen nur noch aus Fäden bestehen.“

Anfangs, so erinnert sie sich, fertigte sie nur die herkömmlichen Größen für durchschnittlich große Füße. Inzwischen deckt sie die ganze Bandbreite ab – von Babysöckchen bis zur Größe 49/50. „Hauptsächlich werden die Größen von 38/39 bis 43/44 gefragt.“ Aber will jemand eine davon abweichende haben, sei das kein Problem.

Ihrem liebsten Hobby geht Heike Albertsen eigentlich immer nach, wie sie erzählt. „Sowie Zeit ist, setze ich mich hin und es geht los.“ Das sei immer abends, „denn ich kann nicht gut Fernsehen gucken. Ich stricke dann stattdessen.“ Angefangen habe sie mit einfarbigen Socken, die grau und braun meliert waren. Mittlerweile sind sie aber kunterbunt, haben alle Farben und sind in sich auch bunt gemischt in Blau, Rot, Grün, Gelb – sie haben Muster, sind geringelt oder auch nicht. „Das kann man nicht planen, das ergibt die Wolle“, weist Heike Albertsen auch auf die Einzigartigkeit jedes Sockenpaars hin.

Inzwischen habe sie zahlreiche Stammkunden, vor allem aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis, die ihre Socken gerne tragen würden, auch alle Geburtstagskinder decke sie mittlerweile mit Strümpfen ein.

Und da ist sie für jeden Geschmack offen. „Die Herren lieben eher Blautöne, bei den Damen heißt es: je bunter desto besser.“ Und auch die Schienbeine müssten nicht frieren. Ihre Exemplare hätten immer einen 20 Zentimeter langen Schaft, so die strickbegeisterte Krempdorferin. Sie produziere keine Massenware, sondern liebe eher das akkurate Einzelstück. Sie stricke, je nach Größe der Socken, etwa drei Paar im Monat. „Außerdem muss ich in allen Größen produzieren, eine gewisse Menge da haben, um sie zeigen zu können.“ Die Beliebtheit bei Socken verlaufe in Wellenbewegungen. „Erst waren sie verpönt, dann kamen sie wieder in Mode und waren stärker nachgefragt. Im Moment geht das Interesse wieder etwas zurück.“

Das könne sich aber in einem kalten Winter schnell wieder ändern. „Es soll ja für die meisten handgestrickt sein. Da machen die Kunden schon einen Unterschied. Aber jetzt kaufen sie nur Nachschub.“ Wohl auch, weil sie so lange halten. Im Sommer tue sich da meist gar nichts. Nur in den Wintermonaten floriere das Geschäft. „Selbst gestrickte Socken halten auch länger, anders als die aus dem Supermarkt. Die sind nach dem Winter wieder durchgelaufen.“

Auch die Wollreste kämen bei ihr nicht weg. Für die hat Heike Albertsen eine Lösung gefunden. „Daraus stricke ich kleine Schlüsselanhänger mit einem Ring dran. Die Idee dazu erhielt sie als Tipp von den Besuchern. „Das ist praktisch für die Jüngeren, wenn sie in die Disco gehen.“ Neben den Socken näht sie auch Schals für den Eigenbedarf, früher einmal Pullover, aber das ist schon wieder vorbei. Denn mit der Zeit fordere auch das Stricken seinen Tribut. „Man merkt das in den schmerzenden Armen, wenn es zu viel war.“

Ihre Tochter unterstützt sie mittlerweile bei der Arbeit und strickt heute einige der Strümpfe ihrer Mutter mit und fertigt ihre eigenen selber an.

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von
erstellt am 06.Dez.2015 | 16:16 Uhr

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