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Stadtplanung : „So schlimm ist Kellinghusen nicht“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Angehende Stadtplaner der Fachhochschule Lübeck stellen in Kellinghusen fünf verschiedene Konzepte zur Stadtentwicklung vor

Wie soll sich Kellinghusen städtebaulich entwickeln? Als Stadt im Grünen? Als Ort für Pendler? Oder als ein Zuhause für junge Familien? 20 Erstsemester des Master-Studiengangs Städtebau und Ortsplanung der Fachhochschule Lübeck stellten Bürgern und Politiker fünf verschiedene Konzepte vor, die sie im Auftrag der Stadt erarbeitet hatten. Dabei konzentrierten sich die angehenden Stadtplaner, die bei Frank Schwartze, Professor für Städtebau, studieren, auf den Ortskern – von der Stör bis Hauptstraße, Brauerstraße, Lindenstraße und Lehmbergstraße.

Den Konzepten voraus ging eine Bestands- und Nutzungsanalyse. Mit dem bekannten Ergebnis: Es gibt viele Leerstände, die Bausubstanz in diesem Bereich ist nicht die beste und die Kaufkraft kann nicht im Ort gehalten werden. Fünf Gruppen erstellten aufgrund dieser Ergebnisse dann Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft – mit ihrem Blick auf die Stadt von außen.

Eines war fast allen Konzepten eigen: Die Stör und ihre Möglichkeiten für Freizeitgestaltung näher an die Stadtmitte holen. Beispiel das Konzept „Grünwärts“: Dabei soll das Wasser erlebbar gemacht werden, unter anderem durch die Aufwertung des Hafens mit Promenade, Yacht- und Ruderclub und perspektivisch die Einbeziehung des Speichers und eines Stör-Boulevard zur Stadt hinein. Für den Einzelhandel in der Hauptstraße sah die Gruppe wenig Chancen auf Dauer, dort sieht sie eher eine Wohnbebauung, das wirtschaftliche Zentrum sollte dann Richtung der geplanten neuen Lidl-Marktes gehen. Die Studenten, die sich Kellinghusen als Wohnstandort für junge Familien vorstellen können, sehen im Bereich zwischen der Straße An der Stör und Stör Sport- und Freizeitflächen mit Trimm-Dich-Pfad und Niedrig-Seilgarten. Im Leerstand sehen sie Potenzial für Wohnraum für Familien, dort könnte die Stadt als Mittlerin zu den Eigentümer tätig werden und Fördermöglichkeiten schaffen. Groß schreiben sie auch die Sicherheit für junge Familien, dafür wollen sie die Hauptstraße vereinen: Der bisherige Teil mit Fußgängerzone wird für den Verkehr geöffnet als verkehrsberuhigte Straße, der untere Abschnitt wird ebenfalls verkehrsberuhigt ausgebaut.

„Vitalität im Ortskern“ ist ein weiteres Konzept. Dieses sieht den Marktplatz als Treffpunkt von Bürgern vor. Das Bürgerhaus wird mit einer Glasfront nach vorn geöffnet und bietet künftig Platz für zahlreiche Veranstaltungen. Teile des unteren Marktes werden zu Grünflächen mit Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie einem Café. Das Rathaus stellen sich die Studenten als Mehrgenerationen-Wohnhaus vor, hinzu sollte ein Kreisverkehr im Kreuzungsbereich Breitenberger-/Lehmbergstraße kommen.

An Tischen mit den entsprechenden Plänen standen die Studenten den Gästen Rede und Antwort und diskutierten mit ihnen auch über ihre Vorstellungen der Stadtentwicklung. Kellinghusen selbst empfanden sie – trotz der Kritikpunkte – als Stadt mit einem gewissen Charme. „So schlimm ist Kellinghusen nicht“, sagte Studentin Thuy-Chung Anna Doan. „Wir nehmen viele Ideen mit, die Anstoß der Willensbildung für uns sein können“, betonte der Bauausschussvorsitzende Hans-Jörg Krützfeldt (CDU) im Anschluss. Er bat seine Politikerkollegen darum, „mit diesem Input einen Neustart“ für die Stadtentwicklung zu wagen.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 04:45 Uhr

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