Infrastruktur : So planen Kinder ihre Stadt

Wer hat den Plan? Bernward Benedikt Jansen (l.) erläutert den Jugendlichen wie sie markieren, was ihnen an der Stadt gefällt – oder auch nicht.
Wer hat den Plan? Bernward Benedikt Jansen (l.) erläutert den Jugendlichen wie sie markieren, was ihnen an der Stadt gefällt – oder auch nicht.

Spielräume in Itzehoe stehen auf dem Prüfstand

Kay Müller von
14. Mai 2015, 16:45 Uhr

Die Stadt liegt auf dem Tisch. In der Caféteria des Rathauses wird der Stadtplan nicht nur von Lampen beschienen, sondern von denen durchleuchtet, die in der Stadt unterwegs sind. Rund 20 Kinder und Jugendliche sind zur Auftaktveranstaltung „Spielraumentwicklungskonzept“ gekommen. „Ich gebe zu: Der Titel ist etwas sperrig“, sagt Bauamtsleiterin Bettina Bühse, die sich ein Konzept erhofft, das andere Entwicklungspläne ergänzt. Dabei geht es nicht nur um Spielplätze, sondern um Wege und Freiräume, die alle Altersklassen nutzen. Ziel ist ein generationenübergreifendes und barrierefreies Raumkonzept für Itzehoe zu entwickeln – mit den Bürgern.

Die Kinder und Jugendlichen setzen Nadelstiche. Grün bedeutet, dass es sich um einen attraktiven Platz handelt, rot steht für ein Problem. Bernward Benedikt Jansen schaut genau hin. Der Ingenieur wird das Konzept mit der Stadt erarbeiten – will aber an diesem Tag erstmal die Meinung Jugendlichen einholen. Kommenden Monat sammelt er Ideen zur Verbesserung. „Dann werden wir für diesen Abschnitt von Itzehoe einen Plan haben, anhand dessen wir für die nächsten Jahre unsere Investitionen steuern können“, sagt Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro. Zwei weitere Planungsräume folgen.

„Ich freue mich, dass ihr zunächst vieles positiv seht, das war auch mein Eindruck von der Stadt“, sagt Jansen. Auf Tafeln haben die Jugendlichen geschrieben was sie stört: „Volleyball-, Fußball- und Basketballplätze in Schulnähe fehlen“ steht da etwa. Und an manchen Punkten auf dem Itzehoe-Plan stecken viele rote Nadeln – etwa an der Kreuzung Hindenburgstraße/ Coriansberg. Viele Kinder glauben, dass die Autofahrer sie an der abknickenden Vorfahrt nicht richtig sehen. Eine rote Nadel ziert auch die Kreuzung Kastanienallee/Lübscher Brunnen (B 206). „Auf der Bundesstraße fahren die Autofahrer sehr schnell“, sagt Torben Hahnkamm. Der Elfjährige ist oft mit dem Rad unterwegs, wünscht sich ein Tempolimit. „Das ist nicht immer leicht“, sagt Jansen. Denn bei einer Bundesstraße könne die Stadt nicht einfach eine Verkehrsberuhigung einrichten, dafür seien Bund und Land zuständig.

Katja Marie Langenbach hat eine rote Nadel auf die eingezeichnete Kaiserstraße gesetzt. „Der Fahrradschutzstreifen ist nicht gut“, sagt die Zehnjährige. „Da fahren die Autofahrer so dicht an uns vorbei, dass man aufpassen muss, dass man nicht umgenietet wird.“ Sie hofft, dass die Stadt ihre Anregungen aufgreift. Der Plan dafür liegt schon mal im Rathaus.


>Alle Bürger können an zwei Terminen in die Caféteria des Rathauses kommen und ihre Anmerkungen zum Konzept machen: Dienstag, 19. Mai, 8.30 bis 12 Uhr und Donnerstag, 21. Mai, 14 bis 18 Uhr. Ansprechpartner der Verwaltung stehen zur Verfügung. Wer einen eigenen Termin will, kann sich an Carsten Roeder wenden: 04821/603243.

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