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So lernen Mädchen und Jungen sich besser zu behaupten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 00:34 Uhr

Gestern die Mädchen, heute die Jungs: Um sich in Konfliktsituationen besser behaupten zu können, gibt es an der Gemeinschaftsschule Wilster auch in diesem Jahr wieder ganz besondere Trainingseinheiten. Unter der Anleitung von Tino Enders ist dafür fast die ganze Schule auf den Beinen. Der Lead Instructor der in Kellinghusen beheimateten Krav Maga-Academy zeigt den Jungen und Mädchen der 5. bis 8. Klassen, wie man gewalttätige Angriffe abwehren und aggressive Konfrontationen möglichst unbeschadet überstehen kann.

Tino Enders, im Hauptberuf Polizeibeamter in Hamburg, präsentiert dafür die zivile Variante einer für das israelische Militär entwickelten Kunst der Selbstverteidigung. „Es geht um einen Anstoß für mehr Selbstbewusstsein“, sagte Wilstermarsch-Gleichstellungsbeauftragte Anke Rohwedder gestern bei einem Besuch der ersten Unterrichtsstunde. Finanziert werde das Projekt über die Steinburger Gleichstellungsbeauftragte. Terminlicher Anlass ist der 25. November, der jährliche Tag unter dem Motto „Keine Gewalt gegen Frauen“.

Als Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz von dem Angebot in anderen Städten des Kreises hörte, hat sie im vergangenen Jahr das Projekt gemeinsam mit Anke Rohwedder auch nach Wilster geholt. Weil sich die Jungs beschwerten, dass das Training nur für Mädchen angeboten werden sollte, sprang der Regionalverein Wilstermarsch unterstützend ein. Deren Vorsitzender Hans-Werner Speerforck zeigte sich ebenfalls beeindruckt über die Aktivitäten in der Sporthalle.

„Es geht vor allem um Spaß und darum, die Kids für das Thema zu sensibilisieren“, gab Tino Enders als Devise aus. Sicher gebe es für bestimmte Situationen „sanfte, aber auch harte Lösungen“. Der beste Weg sei aber immer noch, solchen Problemen einfach aus dem Weg zu gehen und Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Wichtig für die Kinder und Jugendlichen sei dabei, den Unterschied erkennen zu können, ob eine richtige Gefahr drohe – oder nur ein Ärgernis. „Da fehlt häufig das Grundfeeling.“ Sein Tipp: In Schulhof-Situationen sollte man möglichst defensiv reagieren. Auch das bringt Enders seinen Schützlingen bei.

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