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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 17:41 Uhr

Kunst : Skulpturen und Collagen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Elke Werner und Gudrun Wolff-Scheel stellen ihre Werke in der Heesch-Mühle in Glückstadt aus

„Natürlich – Figürlich“ – unter diesem Motto stellen zwei hochkarätige Künstlerinnen, Elke Werner (53) und Gudrun Wolff-Scheel (65), ihre Werke in der Heesch Mühle aus. In der Galerie von Ilse Nölke findet die Eröffnung statt am Sonnabend, 17. August, um 11 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung dann an den Wochenenden 23. und 24. August, 6. und 7. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Extra zur Kulturnacht am 13. September, ab 18.30 bis circa 22 Uhr. Die Künstlerinnen sind an allen Tagen anwesend. Der Journalist Jochen Bufe hält die Eröffnungsrede, musikalisch untermalt von Julian Werner, Hoang Anh Phan und Fabio Bucella, Musik: „By the way“ .

Elke Werner verarbeitet Baumrinden, Blätter und Holzstücke, die sie weltweit auf ihren Reisen gesammelt hat. Lavagestein aus Costa Rica, rote Erde aus Südafrika, Blätter aus Jamaika und aus Indien, aber auch besondere Fundstücks aus Schleswig-Holstein sind dabei. Aus diesen Fragmenten entstehen eigenständige Kunstwerke. Sinnlich in Form, Farbe und Struktur. Die Autodidaktin gibt den natürlichen Materialen, modelliert mit Bienenwachs, Raum für neue Erkenntnisse. Zeichnen, ritzen, schneiden, abkleben, formen, dann mit Acryl bemalen – eine sehr zeitintensive Leidenschaft, die teilweise bis zu 50 und mehr Stunden anhält. Ihre Liebe zur Natürlichkeit spiegelt sich in ihren Werken wider: Collagen, Halbreliefs in Wachstechnik und Objekte. Elke Werner erzählt: „Meine Inspiration hole ich mir auf meinen vielen Fernreisen. Neues entdecken, Fremdartiges finden, Umsetzung für meine Gedanken, das macht mich glücklich.“ Sie betont: „Glücklich und Glückstadt, das passt, ich liebe diese Stadt, besuche sie oft. Hier stelle ich zum siebten Mal aus.“ Elke Werner, geboren in Bad Neustadt an der Saale, beteiligte sich 2002 an Gemeinschaftsausstellungen in Pinneberg, Uetersen und Ellerhoop. 2004 hatte sie ihre erste Ausstellung in Tornesch. In der Heesch Mühle findet ihre mittlerweile 29. Ausstellung statt.

Die Bildhauerin Gudrun Wolff-Scheel wurde in Jever geboren. Von Kindesbeinen an, sie war oft in der Werkstatt ihres Großvaters, einem Zimmermann- und Maurermeister, hat sie den Geruch von Stein und Holz in der Nase gehabt. Erst auf Umwegen ist sie zu ihrer Berufung gelangt. Studium der Erziehungswissenschaften, Diplomarbeit: „Erziehung im Beispiel des Judentums“, Philosophiestudium in Oldenburg und Literaturwissenschaften in der Universität Bremen, zwei Semester beim Dozenten Walter Kempowski, Viele unterschiedliche Berufswege kreuzten ihr Leben, brachten ihr aber nicht die Erfüllung.

Es folgte eine künstlerische Ausbildung an der Universität in Oldenburg unter anderem an der FH in Bremen, die für Gudrun Wolff-Scheel richtungweisend war. An der Europäischen Kunstakademie in Trier lernte sie ihr Handwerk: Zeichnen, plastisches Gestalten und Bildhauerei. Studienaufenthalte in Israel, auf Kreta und in Italien untermauerten ihren Wunsch nach eigener, künstlerischer Gestaltung. Seit 1997 hat sie eine eigene Werkstatt in dem idyllischen Ort am Nord-Ostsee-Kanal, Breiholz bei Rendsburg.

Der große, stilvoll angelegte Park der Heesch Mühle, gelegen zwischen dem Kremper- und Herzhorner Rhin, bietet den richtigen Rahmen für Gudrun Wolff-Scheels Skulpturen aus Stein. Bearbeitetet werden sie mit Hammer, Meißel oder Trennschleifer. Der helle bis ockerfarbenen Obernkirchner Sandstein, passt sich harmonisch der Natur des Parks an.

Wolffs Augenmerk liegt im Mittelpunkt des Steines, klar umrissen sieht sie die Formen, die sie zum Leben erwecken will, ohne dem Stein sein „Innenleben“ zu nehmen. Gudrun Wolff-Scheel sagt: „Der gesuchte Sandstein, versetzt mit Fossilien oder Mineralien, fügt sich der Bearbeitung nur insoweit, als sein Charakter und seiner Gewordenheit entspricht: Er zwingt zu Reduktion und damit zu einer klaren formalen Aussage.“ Eine Metamorphose ist im Werden begriffen: Mensch, Stein, Form.

>Heesch Mühle, Grillchaussee 5.

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