Singend in den Frühling

Prächtiges Bild: Die Sängerinnen und Sänger der teilnehmenden Chöre gemeinsam auf der Bühne, dirigiert von Eckhard Heppner.  Foto: trusch
Prächtiges Bild: Die Sängerinnen und Sänger der teilnehmenden Chöre gemeinsam auf der Bühne, dirigiert von Eckhard Heppner. Foto: trusch

Fünf Chöre begeistern das Publikum im ausverkauften theater itzehoe

shz.de von
15. April 2013, 03:59 Uhr

ITZEHOE | "Frühlingsstimmen" hieß das Chorkonzert im ausverkauften theater itzehoe. Und das zu Recht: Im wahrsten Sinne des Wortes wurde der Frühling herbei gesungen. Mit den zahlreichen Zuschauern und rund 180 Sängerinnen und Sängern trat zugleich der größte Chor auf, der je im Theater gesungen habe, vermutete Leiter und Moderator Eckhard Heppner nach dem traditionellen Schlusskanon "Dona nobis pacem" (Gib uns Frieden, Herr), den alle gemeinsam sangen.

Zusammen eröffneten alle Chöre den Abend mit dem Lied "Kommt, hört und lauscht", einer Chor-und Textfassung von Eckhard Heppner nach Jeremiah Clarkes "Trumpet voluntary". In zweieinhalb Stunden erlebten die begeisterten Zuhörer ein vielseitiges, abwechslungsreiches Programm. Schwungvolle und moderne Lieder wechselten mit romantischen Klängen.

Erfrischend und gelungen der Auftakt mit dem Jugendchor des Sängerbundes Schleswig-Holstein unter der Leitung von Thekla Jonathal. Die Sänger aus Hamburg und Schleswig-Holstein eroberten mit ihrer Mischung aus romantischen, plattdeutschen und modernen deutsch- und englischsprachigen Chorsätzen sogleich die Herzen des Publikums. "Das lässt einen hoffen", meinte Heppner als Leiter der gastgebenden Chöre Itzehoer Konzertchor und A cappella Itzehoe mit Blick auf die Situation der Chöre im Land.

In einer besonderen Krise steckten die Männerchöre. Durch ihren Zusammenschluss zu einer Konzertgemeinschaft hätten sich der Gesangverein Sude und die Wilster Liedertafel unter dem Dirigat von Adalbert Becker aber zu einem ansehnlichen Klangkörper entwickelt, freute sich Heppner. Das zeigten die Chöre sogleich mit klassischem Liedgut.

Positiv entwickelte sich die Mitgliederzahl der Chorfreunde Lägerdorf. Das sei insbesondere dem früheren Chorleister Carsten Rösler und dem jetzigen Klaus Schneider zu verdanken, lobte Heppner. Der Chor ist immer für Überraschungen gut: So traten mit Kai Mohr und Anja Holzknecht zwei hervorragende Solisten auf, und Stefan Wiese sowie Karl-Heinz Quoss überraschten mit Trompeten- und Dudelsackauftritt. Mit "So leb dein Leben" (Frank Sinatras "My Way"), dem Kötzschenbroda-Express (dem durch Glenn Miller bekannt gewordenen "Chattanoga-Choo-Choo") und "Highland Cathedral" brachten die Lägerdorfer den Saal zum Kochen. Mit stürmischem Beifall und allerdings nicht erhörten "Zugabe"-Rufen ging das begeisterte Publikum in die Pause.

"Das deutsche Volkslied ist ein großes Kulturgut", sagte Heppner zu Beginn des zweiten Teils. Unter anderem mit der Liedkantate "Singend durch das Jahr" führte der Itzehoer Konzertchor unter seiner Leitung und mit Satoko Umemori-Gaviano am Klavier das Publikum vom Frühling durch alle Jahreszeiten. Auch A Capella Itzehoe erntete mit Evergreens wie "Lollipop", der Elisabeth-Serenade oder "Wochenend und Sonnenschein" viel Beifall.

Die "Frühlingsstimmen" im Jahr 2014 erklingen am 12. April. Zuhörer wie Vera Kleine freuen sich darauf schon jetzt: "Un datt hebb wie alns in Itzehoe!"

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen