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Norddeutsche Rundschau

24. September 2017 | 00:00 Uhr

Wildnis-Cup : Sieger mit acht Sekunden Vorsprung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Crew Engelbrechtsche Wildnis III gelingt der perfekte Lauf beim Wildnis-Cup. Das Team Glückstadt IV verpasst die Titelverteidigung.

Es ist Sonnabend, 8 Uhr. Viele schälen sich gerade aus den Federn, sind auf dem Weg zum Bäcker. Doch in der Nähe des Rhins herrscht schon pralles Leben. Durch das sonst ruhige Wasser des Elbe-Nebenarms pflügen schwere Kanus. Kommandos tönen: „Eins, zwei – eins, zwei“. Spätestens da ist klar: Der Wildnis-Cup 2017 ist gestartet. Zum elften Mal. Und die frühe Uhrzeit scheut keiner der Kanuten. Die sind total ausgeschlafen – und topfit. Bis 10 Uhr haben schon fünf der großen 10er-Boote aus den späteren Top-Ten in der Kategorie „Wildes Dorf“ über die sieben Kilometer ihr Ziel erreicht. „Besser geht es nicht“, urteilten Wolfgang Müller und Herbert Frauen, Vorsitzende und Manager des Wildnis-Clubs. Ihr Urteil: Der Wildnis-Cup bleibt das Familien-Event dieser Region. „Ideales Wetter, entspannte Wettkämpfe“, sagte Frauen.

Aber gerade die Rennen der großen Boote werden offenbar professioneller. Mit Sektions-Zeitnahmen, mit der richtigen Gewichtslagerung. Und die Favoriten gaben sich keine Blöße. Mit 44,20 Minuten legte das Boot „Süderau“ um Kapitän Torben Koopmann gleich die Bestzeit vor. Aber dann erfüllte sich ein lang gehegter Traum: „Nur einmal möchte ich doch gewinnen“, hatte Petra Richter schon vor Jahren gesagt. Jetzt war es soweit. Ihr und der Crew Engelbrechtsche Wildnis III gelang der perfekte Lauf. Die Wende unter der Hühnerbrücke: sensationell, Rotation wie auf einem Bierdeckel. 44,12 Minuten – acht Sekunden schneller. Lange mussten sie darum zittern. Erst am Nachmittag pflügte Titelverteidiger Glückstadt IV über das Wasser. Und das gab es auch noch nicht: Mit 44,20 Minuten erreichte das Team um Ralf Schauland die gleiche zweitbeste Rennzeit wie Süderau. „Der Sieg geht an EW III“, verkündete Herbert Frauen in der Siegerehrung. Und dann gab es kein Halten mehr. Freudestrahlend, tanzend, jubelnd fielen sich alle in die Arme.

Zurück zu den Rennen: Den Zieleinlauf genau im Blick hatten Silja Baumgarten und Robin Wenzel. Sie konstatierten, dass alle großen Zehner-Boote im Zeitrahmen unter 50 Minuten blieben. Auch die „Wilden Alten“ – Boote in der Besetzung mit mehr als 600 Lebensjahren pro Mannschaft. Wobei auch die Teams der kleineren Boote Topleistungen ablieferten. Immerhin hatten sie einen Triathlon auf dem Wasser, mit dem Rad und auf der Laufstrecke zu bewältigen. Chapeau vor dieser sportlichen Hochleistung.

Insgesamt wäre die Teilnehmerzahl aber ausbaufähig. „Wir werden vielleicht Wettbewerbe neu schneiden“, kündigte Müller an und war sich darin mit Herbert Frauen einig. Doch die Gemeinschaft der Teilnehmer macht den Wildnis-Cup zu dem, was er ist: ein großes Event. Natürlich schwebte über allen Wettbewerben ein relativ hoher Leistungsgedanke, der Spaß an der Aktion stand bei allen Teilnehmern gleichrangig daneben.

Als Vorsitzender dankte Wolfgang Müller den vielen Helfern, den Ordnungsbehörden, dem DLRG, dem DRK, den Feuerwehren Engelbrechtsche Wildnis und Herzhorn, als Sponsoren engagierten Firmen und ganz vielen Unterstützern mehr, die sich direkt oder indirekt am Gelingen des Wildnis-Cups beteiligten. Bevor an der historischen Gaststätte Poppenhuus die große Party begann, wurden unterm Jubel der Fans die Sieger gekürt. Maren Nagel, Bürgermeisterin der Engelbrechtschen Wildnis, überreichte Wertgutscheine an die siegreichen Teams, „herzhafte“ Sachpreise fanden neue Besitzer. Und wie sagte Wolfgang Müller: „Einige haben gewonnen, aber Sieger sind wir alle.“



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