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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 18:44 Uhr

überfälle : Sie wollten Geld und scheiterten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Prozessauftakt: Räubertrio muss sich am Itzehoer Landgericht für Taten in der Region verantworten. Das Ziel waren Tankstellen. Die Beute blieb gering.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Tankstellenpächter Thomas Bulla aus Burg kann sich noch bestens an den Überfall erinnern: Wenige Zentimeter neben seinem Hals donnerte einer der drei Räuber die Baseballkeule gegen die Tür, deren Blatt dabei brach. An jenem Abend des 1. Dezember vorigen Jahres startete ein Trio junger Männer (20, 22, 23), zwei damals in Wilster, der 22-Jährige in Heiligenstedten wohnend, eine Reihe Raubüberfälle und Einbrüche. Jetzt stehen die Täter vor Gericht.

Sie schlugen zu in Burg, St. Michaelisdonn, Nordoe, Wilster, Brunsbüttel, Kellinghusen und Heiligenstedten. Von Oktober 2012 bis Januar 2013 reicht der Zeitraum, in dem das Trio in wechselnder Besetzung auf Beutezug ging. Meistens jedoch zogen sie ohne Beute von dannen. Als Duo überfielen die beiden älteren Täter bereits am 19. Oktober in Brunsbüttel eine Tankstelle. Mit ihrem Roller rammten sie gegen die verschlossene Eingangstür, traten sie schließlich auf und griffen mehrere Stangen Zigaretten. Als der Alarm erklang, ließen sie das Gros der Beute fallen und entkamen mit zwei Stangen. Am 1. Dezember erfolgte dann als Trio eine Tankstellentour von Burg über St. Michel, Brunsbüttel bis Nordoe. Sie wollten 2000 Euro Beute machen. Wäre dies in Burg gelungen, hätten sie aufgehört, sagte der
23-Jährige jetzt vor dem Itzehoer Landgericht. Vor der von Richter Eberhard Hülsing geleiteten Jugendkammer muss sich das Trio wegen räuberischer Erpressung und Einbruchs verantworten. Der 23 Jahre alte Haupttäter sitzt in Untersuchungshaft. Alle Drei zeigen sich geständig.

Thomas Bulla konnte die brutalen Räuber aus seiner Tankstelle noch verjagen, in St. Michel hatte eine Tankstellenmitarbeiterin kurze Zeit später am selben Abend weniger Glück. Die maskierten und mit Messer beziehungsweise Baseballkeule bewaffneten Täter folgten ihrem Opfer bis zur Sparkasse gegenüber der Tankstelle. Doch die Frau hatte die Tageseinnahmen bereits eingeworfen. Die Räuber mussten sich mit 135 Euro aus ihrem Portemonnaie begnügen. Auch der dritte Raubüberfall der Nacht, nun bei einer Tankstelle in Brunsbüttel, scheiterte. Hier störte ein plötzlich auftauchender Zeuge. Die Täter flüchteten. Weiter fuhren sie nach Nordoe zu einer Tankstelle. Doch da war ihnen die Polizei schon auf den Fersen, nahm das Trio kurzzeitig fest und das erbeutete Geld ab. Der 20- und der 23-jährige machten sich am 3. Dezember auf nach Kellinghusen, um in einen Drogeriemarkt einzubrechen. Mit einer Eisenstange schlugen sie ein Loch in die Eingangstür, lösten Alarm aus und flüchteten ohne Beute nach Wilster. Auch dort misslang der Einbruch. Am 6. Januar schließlich stieg der Haupttäter mit einem Kumpel in eine Arztpraxis in Heiligenstedten ein. Ein wachsamer Nachbar bekam das mit. Als der 23-Jährige auf der Flucht aus einem Fenster sprang, erwartete ihn bereits die Polizei.

>Fortsetzung am 8. Oktober, 9 Uhr.


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