Wilster : Sie sind die „Sterne der Nacht“

 Brade
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Einmaliges Musikprojekt im Kulturhaus Wilster biegt auf die Zielgerade ein. Quartett mit Ü-60-Frauen feiert im Mai Premiere.

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24. Februar 2018, 08:12 Uhr

„Die haben richtig Feuer gefangen und sind erstaunlich gut.“ Was den Wilsteraner Kulturhaus-Chef Anton Brade so ins Schwärmen bringt, sind tatendurstige Frauen über 60. Statt sich mit Oma-Rolle oder Strümpfe stricken zu begnügen, waren sie im vergangenen Jahr einem Aufruf des Kulturhauses am Markt und unserer Zeitung für ein im Norden vielleicht einmaliges Musikprojekt gefolgt. Vier von ihnen wollen jetzt nach einem Zitat des Philosophen Dante als „Sterne der Nacht“ die Bühne und ihr Publikum erobern.

Die Idee dahinter: Frauen in fortgeschrittenem Alter wollen in ihrem Leben einfach nochmal etwas Verrücktes machen. Und ein Quartett mit den Itzehoerinnen Telse Hahn-Jüchter, Regina Marie Kankel und Karin Warns-Schröder sowie Annkatrin Frank aus Glückstadt macht jetzt ernst. Sie bringen ihr Leben auf die Bühne und verwandeln sich in eine coole Mädelsband. „Das geht richtig ab“, wundert sich Regisseur Anton Brade über die fast schon galoppierenden Fortschritte bei den Proben. E-Gitarre, Bass und Drums waren für die vier Frauen bislang Neuland. Jetzt rocken sie Stücke von Lady Gaga und den Rolling Stones, präsentieren dazu auch eigene Produktionen mit eigenen Texten. Eine professionelle Maske verwandelt die vier Frauen endgültig in Rockladys. Ein erstes Foto-Shooting haben die Frauen mit Bravour absolviert. Wenn es klappt, wollen sie in einem Berliner Tonstudio sogar noch unter professionellen Bedingungen Aufnahmen einspielen.

Wie sehr die „Sterne der Nacht“ der Ehrgeiz gepackt hat, zeigt sich an den Trainingseinheiten. Im März und April wird bis zu dreimal die Woche geübt. Offizielle Premiere im Kulturhaus ist am 4. Mai. Geplant sind anschließend erst einmal 20 Vorstellungen. Für Anton Brade sind die vier Frauen Paradebeispiele für die Botschaft, die er mit dem Projekt vermitteln will: „Zeig, was du kannst, und lass dich nicht aufhalten!“ Unter dem Eindruck der Proben fügt er hinzu: „Jede hat etwas, was sie zum Leuchten bringt.“ Dass die „Sterne der Nacht“ den Himmel nicht nur über dem Kulturhaus zum Leuchten bringen, davon ist er schon jetzt überzeugt.

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