Kreis Steinburg : Sichtung in der Bramau: Robbe in Gummiring verfangen?

Die Kegelrobbe in der Bramau wird vermutlich von einem Gummiring beim Schwimmen behindert.

Die Kegelrobbe in der Bramau wird vermutlich von einem Gummiring beim Schwimmen behindert.

Die Kegelrobbe hat sich vermutlich in einem Kunstoffring verfangen. Tierschützer bitten um Mithilfe.

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05. Februar 2018, 11:37 Uhr

Wrist | Sie ging mit ihren Hunden am Wasser spazieren und entdeckte eine Robbe im Wasser der Bramau. Das Tier schwamm in der Nähe von Wrist (Kreis Steinburg) in dem Nebenfluss der Stör und steckte mit seinem Körper augenscheinlich in einer Art Gummiring. „Es machte einen hilflosen Eindruck. Deshalb hab' ich die Polizei geholt, die aber auch nicht helfen konnte“, sagte Cornelia Schreitz aus Wrist gegenüber KN-Online. Das Tier habe es schwer gehabt, gegen die Strömung anzukommen, sagt Ehemann Notger Schreitz auf Nachfrage von shz.de.

Bereits vor einer Woche hatten Spaziergänger eine Robbe in der Ohlau bei Bad Bramstedt entdeckt. Dass es sich bei der jüngst gesichteten Kegelrobbe um dieselbe handelt, sei nach Meinung von Notger Schreitz unwahrscheinlich. „Zuerst wurde an das Tier gedacht, was in Bad Bramstedt gesichtet wurde“, schreibt Schreitz auf Facebook. „Allerdings ist der hier ausgewachsen! Muss also ein anderes Tier sein!“ Am Ende ist das wohl Spekulation: Von dem in Bad Bramstedt gesichteten Tier gibt es keine Fotos.

Nach Rücksprache mit der Seehundstation in Friedrichskoog sei es nicht ungewöhnlich, dass sich eine Robbe in die angrenzenden Flüsse verirrt. Bei dem vermeintlichen Ring um den Körper des Tieres könne es sich nach Meinung der Experten auch um eine verheilte Narbe handeln, „sieht für mich aber nicht so aus“, schreibt Schreitz weiter.

Schreitz hofft nun, dass das Tier, das von Cornelia Schreitz den Namen „Burghardt“ erhalten hat, schnell an Land gesichtet wird. „So heißt sie, weil das der erste Polizeibeamte war, der kam als meine Frau anrief“, erklärt Notger Schreitz. Das Engagement der Bürger scheint ihm sicher: Bis zum Mittag wurde sein Aufruf 60.000 Mal angesehen und über 1700 Mal geteilt. „Man kann mittlerweile Leute beobachten, die gezielt unsere Deiche ablaufen“, sagt Schreitz auf Nachfrage von shz.de. „Auch die Landwirte sollten hier die Augen offen halten, da viele Weiden ans Wasser grenzen und man natürlich nicht einfach fremden Grund betreten darf.“

Die ebenfalls eingeschaltete Seehundstation Friedrichskoog bittet Spaziergänger in der Gegend um Mithilfe: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier an Land zu sehen sein wird, sei groß. Das sei auch die einzige Chance, die Robbe einzufangen. Die Seehundstation bittet Spaziergänger in einem solchen Fall, die Experten aus Friedrichskoog zur Hilfe zu rufen (Tel. 04854/1372) und nicht selbst tätig zu werden – Tiere, die sich in die Enge gedrängt fühlen, könnten aggressiv werden. 

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