KRiminalität : Sichere Plätze für Räder am Bahnhof

Hier stehen Räder bald sicher vor Langfingern: Der Fahrrad-Ständer auf dem Bahnsteig Richtung Hamburg wird in Kürze eingezäunt. Zugang haben dann nur noch registrierte Radler mit einem elektronischen Chip.
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Hier stehen Räder bald sicher vor Langfingern: Der Fahrrad-Ständer auf dem Bahnsteig Richtung Hamburg wird in Kürze eingezäunt. Zugang haben dann nur noch registrierte Radler mit einem elektronischen Chip.

Zahl der Fahrrad-Diebstähle hoch / Bahnhofs-Bereich Schwerpunkt / Geschlossener Fahrrad-Ständer soll für mehr Sicherheit sorgen

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20. Mai 2015, 12:01 Uhr

Wer in der Elbestadt sein Fahrrad abstellt, läuft Gefahr, es niemals wieder zu sehen: In Glückstadt werden verhältnismäßig oft Räder gestohlen. Im vergangenen Jahr war in Schleswig-Holsteins Städten nur in Rendsburg die Zahl der gemeldeten Fahrrad-Diebstähle pro Einwohner höher (wir berichteten). In Kürze soll ein abgeschlossener Fahrrad-Ständer am Bahnhof es Langfingern zumindest etwas schwieriger machen.

145 gestohlene Räder hat die Polizei im vergangenen Jahr dokumentiert. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen, sagt Karina Pauls, Sachbearbeiterin für Fahrrad-Diebstähle bei der Polizei Glückstadt. „Nicht jeder Fall wird auch zur Anzeige gebracht“, sagt die Polizistin. Manche Betroffene würden denken, dass ihr Rad sowieso nicht wiedergefunden wird. „Eine Anzeige macht aber trotzdem Sinn – manche Räder tauchen auch wieder auf.“

Grundsätzlich ist die Aufklärung der Taten aber für die Beamten tatsächlich schwierig: Ein Schwerpunkt der Diebstähle in Glückstadt liegt im Bereich des Bahnhofs, wo viele Räder von Pendlern abgestellt werden. „Dort haben Diebe relativ leichtes Spiel. Bei dem regen Betrieb fällt es niemandem auf, wenn sich jemand an einem Rad zu schaffen macht. Daher bekommen wir dort kaum Zeugenhinweise“, sagt Pauls. Auch wenn die Räder später irgendwo gefunden werden, ist die Zuordnung zu Straftaten oft nicht möglich, weil nicht genug Informationen wie beispielsweise eine Rahmennummer vorliegen. „Viele Radler wissen nur wenig über ihr Fahrrad.“

Das Problem der gestohlenen Drahtesel am Bahnhof ist seit Jahren bekannt. Bereits 2013 beschäftigte sich daher der Bauausschuss der Stadtvertretung mit Möglichkeiten, wie Fahrräder am Bahnhof sicher abgestellt werden könnten. Nach langer Planungsphase haben sich Stadtverwaltung, Deutsche Bahn und die Glückstädter Werkstätten auf ein Pilotprojekt geeinigt: Ein Teil des bestehenden Fahrradständers auf dem Bahnsteig Richtung Hamburg wird mit einem Zaun umfasst. Der Zugang ist nur mit einem elektronischen Chip möglich. Der Bau soll in den kommenden Wochen beginnen, heißt es aus dem Rathaus.

Verwaltet wird der neue geschlossene Ständer von den Mitarbeitern des Fahrradservice am Glückwerk. „Wir werden 28 sichere Abstellplätze für Räder anbieten können“, sagt Olaf Speier, zuständiger Bereichsleiter bei den Glückstädter Werkstätten. „Den Chip gibt es dann bei uns gegen eine gestaffelte Gebühr - je nach Nutzungsdauer.“ Die Preise werden voraussichtlich zwischen einem Euro für einen Tag und 70 Euro für einen Jahreszugang liegen.

Sollte der sichere Fahrrad-Ständer gut angenommen werden, ist eine Erweiterung der Anlage denkbar.

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