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Sicher und sauber: Was das Klinikum dafür tut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Krankenhaus-Serien dürfen diese Szenen nicht fehlen: Der falsche Patient wird in den Operationssaal geschoben, multiresistente Keime halten die Mediziner in Atem, in letzter Sekunde wird verhindert, dass jemand verwechselte Pillen schluckt. Im Alltag am Klinikum Itzehoe geht es nicht so dramatisch zu. Aber auch dort gilt: „Fehler können passieren. Die Frage ist, wie man damit umgeht“, sagt Dr. Michael Kappus, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Lange Zeit habe man dabei in der Medizin eine „recht einseitige Gesprächskultur gepflegt“ – der „Halbgott in Weiß“ auf der einen Seite, der hilflose Patient auf der anderen. „Das hat sich grundlegend geändert“, sagt Kappus. „Patienten können sich über viele Wege informieren und kritische Fragen stellen.“ Dazu sollen zwei Veranstaltungen beitragen, die im Rahmen der Aktionswochen der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein zum Thema „Patientensicherheit, -aufklärung und Qualität in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern“ stattfinden.

Mittwoch, 12. November, von 18.30 bis 20 Uhr geht es um „Sicherheit im OP und Hygiene“. In Itzehoe bekommt jeder Patient ein Armband, das nicht entfernbar ist – mit Name und individuellem Strichcode. Zur Operation gibt es einen „Begleitzettel“, im OP-Saal werden Namen und Aufgabe genau genannt. Seit etwa fünf Jahren werde dies konsequent praktiziert. „Wir waren eine der ersten Kliniken damit“, sagt Kappus.

Bei der Arzneimittelsicherheit gilt das Vier-Augen-Prinzip, so Professor Dr. Michael Kentsch, Chefarzt der Medizinischen Klinik. Der Arzt verordnet ein Medikament, das eine Pflegekraft ausgibt, kontrolliert von einer weiteren.

Dann sind da die so genannten Krankenhauskeime. Die gebe es eigentlich nicht, sagt Kappus. „Keime kommen überall vor.“ In Kliniken sind sie aber besonders gefährlich, weil bei kranken Menschen die Schutzmechanismen zusammenbrechen.

Hygiene ist deshalb das A und O. Es gebe überall Desinfektionspläne, erklärt die Leitende Hygienefachkraft Gaby Lorenzen-Fey. Mitarbeiter würden regelmäßig geschult – auch Bauarbeiter, die im Klinikum arbeiten. Da die Übertragung meist über die Hände stattfindet, hängen überall Desinfektionsmittel-Spender, Veranstaltungen wie der Aktionstag „Saubere Hände“ sollen zusätzlich sensibilisieren, so Hygienefachkraft Knut Petscheleit. Für Risiko-Patienten wird bei der Aufnahme ein Screening auf bestimmte Keime gemacht. Damit war das Itzehoer Haus im Jahr 2008 die erste Klinik in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Bis zu 2400 Patienten pro Jahr werden getestet, etwa zehn Prozent der aufgenommenen Patienten. Das sei auch ein Kostenfaktor, sagt Klinikdirektor Bernhard Ziegler. Ein Schnelltest koste 30 Euro, zwei seien pro Patient Standard. Doch es lohnt sich: „Wir hatten in den letzten Jahren keinen Ausbruch“, freut sich Kappus.

Und wenn es doch irgendwo hakt? Ein Qualitätssicherungssystem aus der Industrie dient als Vorbild: „Jeder Mitarbeiter kann anonym Fehlermeldungen absetzen“, erklärt Ziegler. Diese gehen verschlüsselt an die Fachleute mit der Aufforderung, Vorschläge zu machen.

„Wir haben eine Produktionskette in Sachen Gesundheit“, sagt Michael Kappus. „Aber wir haben es nicht mit Produkten zu tun, sondern mit Menschen – das macht es interessanter, aber auch schwieriger.“ Deshalb wird noch während der Behandlung die Zeit danach vorbereitet von Birgit Witt und ihren Kollegen vom Case Management. Dieser Bereich wird Mittwoch, 26. November, von 18.30 bis 20 Uhr vorgestellt.

>Anmeldung: info@kh-itzehoe.de, 04821/772-3110 oder -3113.

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erstellt am 06.Nov.2014 | 13:03 Uhr

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