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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 11:24 Uhr

Bus-Engel : Sicher im Schulbus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schüler des Brunsbütteler Gymnasiums engagieren sich als Bus-Engel. Sie sind als Streitschlichter an Bord und haben an den Haltestellen ein Auge darauf, dass kein Mitschüler unter die Räder kommt. Kreisweit machen elf von 19 Schulstandorten bei dem Projekt mit.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 19:30 Uhr

„Ihr seid keine Mini-Rambos, die sich todesmutig dazwischen werfen“, gab Udo Schulz gestern den elf neuen „Bus-Engeln“ des Brunsbütteler Gymnasiums mit auf den Weg. Stattdessen, so der Projektbeauftragte der Dithmarscher Autokraft, seien diese Schüler als Streitschlichter äußerst wichtige Begleiter auf den Wegen zur Schule und nach Hause. Elf von 19 in Frage kommenden Schulstandorten im Kreis machen mit.

In Dithmarschen nutzen täglich rund 6000 Schüler die Schulbusse, 50 Fahrzeuge schickt die Autokraft dafür auf die Straße. Seit fünf Jahren sorgten die Teilnehmer des Projekts Bus-Engel dafür, dass Konflikte zwischen Schülern schon im Keim beigelegt werden. Sie kümmern sich darum, dass gerade die jüngeren Schüler beim täglichen Gerangel um Sitzplätze nicht zu kurz kommen. Und auch an den Haltestellen, vor allem an den Schulen, haben die Bus-Engel ein Auge darauf, dass sich kein gefährliches Gedränge entwickelt, wenn es um den Einstieg in den Schulbus geht.

„Es ist eine wunderbare Sache“, sagt Fahrdienstleiter Mathias Utech, „das Konfliktpotenzial ist merklich gesunken.“ Das bestätigten regelmäßig auch die Busfahrer. „Ich bewundere die Schüler, die sich dafür zur Verfügung stellen“, erklärt Utech, „wir sind froh, dass wir sie haben.“

In diese Kerbe schlug gestern Hans-Walter Thee, Leiter des Brunsbütteler Gymnasiums. Rund 170 der 700 Schüler seien auf den Schulbus angewiesen. Ihnen stehen nun elf Mitschüler zur Seite. Dass das Gymnasium der Schleusenstadt das Projekt seit vier Jahren unterstützt, geht auf eine Initiative der Schülervertretung (SV) zurück, die die Notwendigkeit erkannt hatte. Inzwischen ist das Engagement, das von der Autokraft mit einer Netzkarte für den Busverkehr in Dithmarschen belohnt wird, an der Schule ein Selbstgänger.

Am Bildungszentrum sei vor allem der Einstieg in den Bus oft problematisch, berichtete Talissa Caroline Ventura aus eigener Erfahrung. „Ich kann verstehen, wenn da der Busfahrer auch mal lauter wird“, erzählte die Zwölftklässlerin gestern. Zu groß sei mitunter das Gedränge. Hier wartet auf die elf Busengel, von denen Daniel Einfeldt der einzige Junge ist, täglich Arbeit. Zwei von ihnen sind idealerweise jeweils mit an Bord, wenn ein Schulbus unterwegs ist, in den großen Gelenkbussen sogar drei. „Sie tragen jetzt große Verantwortung“, erklärte Hans-Walter Thee anerkennend.

Vorbereitet auf ihren freiwilligen Dienst wurden sie von Udo Schulz. Er lobte, dass am Brunsbütteler Gymnasium ursprünglich die SV das Projekt angeschoben hatte. Schüler seinen für diese Aufgabe ideal, denn sie seien „wesentlich effektiver als Erwachsene“. Allein schon, weil sie auf Gleichaltrige treffen. Und natürlich, so Schulz, sei es hilfreich, dass die Bus-Engel ihre Mitschüler kennen. Letztlich ließen sich dadurch unnötige Auseinandersetzungen von Schülern untereinander von vornherein vermeiden.

Entscheidend sei nicht zuletzt ein gesundes Maß an Selbstvertrauen, stellte Falko Müller fest, der Sicherheitsbeauftragte des Gymnasiums. „Ihr habt die wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass man angenehm zur Schule kommt und nach dem Unterricht ebenso wieder zurück nach Hause“, erklärte der Lehrer.

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