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Musikfestival : SHMF: Festival in Marne gerettet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Organisatoren sind sich mit den Veranstaltern einig, dass die Marschenstadt Spielstätte bleiben soll. Und: Rainer Klose behält den Ortsvorsitz.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Nach vier Jahren des Schleswig-Holstein Musik-Festivals (SHMF) war für Ortsbeiratsvorsitzenden Rainer Klose im September Schluss. Die Marner, so sein enttäuschtes Fazit, honorierten den gewaltigen Aufwand nicht, mit dem der Kulturförderverein KiK und der Kulturkreis der Maria-Magdalenen-Kirche vier Konzerte in der Stadt realisiert hatten. Damit schien das Ende vom SHMF in Marne eingeläutet. Gestern kündigten Anja Schwarz (Kulturkreis) und Uwe Graage (KiK) an, dass die Marschenstadt auch in Zukunft Spielstätte sein werde: „Das Festival in Marne wird weitergehen“, sagte Schwarz. Erneut unter dem Vorsitz von Rainer Klose.

Bei den Verantwortlichen sei Kloses Entschluss im September mit Bedauern vernommen worden, erklärte Anja Schwarz. Denn die Marner Konzerte seien mit durchschnittlich 420 Besuchern durchaus respektabel vom Publikum angenommen worden. Auch, wenn die Marner Kirche damit nur zu zwei Dritteln gefüllt gewesen sei. Dass es nun weitergehen könne, liege am Entgegenkommen des SHMF. Denn die Konditionen würden angepasst, der bislang extreme Kostendruck ein wenig von den Schultern der Marner Organisatoren genommen. Rund 13 000 Euro habe das jüngste Konzert im Juli mit Sopranistin Inessa Galante gekostet, berichtet Uwe Graage. Wenn dann gleichzeitig Sponsoren wegbrechen, gehen solche Beträge an die Substanz der beiden Vereine. Und der Kreis der Unterstützer ist begrenzt, auf große Konzerne als potenzielle Geldgeber könne man nicht zurückgreifen, so Schwarz. „Es ist immer mühsam, das Geld aufzutreiben.“

Da bei weitem nicht nur Einwohner das SHMF besuchten, seien die Konzerte stets auch gute Werbung für die Stadt, und so mancher Euro werde dann auch in Marne ausgegeben. Allein in diesem Jahr soll es 40 Übernachtungen gegeben haben. Und mancher Zuhörer gehe vor oder nach dem Konzert auch noch in der Stadt essen.

Gleichwohl, die bislang schleppende Unterstützung des Einzelhandels sorgt dafür, dass es 2014 wohl keinen Schaufensterwettbewerb mehr geben wird. Und um Kosten zu sparen werden KiK und Kulturkreis erneut das Catering vor und nach dem Konzert in der Kirche an einen Gastronomen vergeben. Bislang hatten sich Mitglieder beider Vereine um die Bewirtung gekümmert. Ein Nullsummenspiel, so Schwarz. Hinzu kamen Ausgaben für das große Zelt vor der Kirche.

Dass Rainer Klose umgestimmt werden konnte, lässt den Ortsbeirat optimistisch in die Zukunft blicken. Schwarz hofft jetzt, dass sich vor Ort mehr Unterstützer der Veranstaltung finden werden als bisher. „In Marne muss der Funke, dabei zu sein, noch überspringen.“ Andere Orte hätten gezeigt, dass das SHMF eine breite Akzeptanz finden könne. Gleichwohl weiß Uwe Graage, dass der Weg lang ist: „Das ist ein dickes Brett, was zu bohren ist.“

Im nächsten Jahr gibt es erstmals keinen Länderschwerpunkt, im Zentrum steht ein Komponist. 2014 ist das Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).

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